Hochwasserschutz und Wasserrückhalt im Mühlviertel erfordern Umdenken
BEZIRK FREISTADT. Eine Oö. Landtagsbereisung zur Feldaist fand im Rahmen der Grünen Initiative zur Stärkung des dezentralen Hochwasserschutzes statt.

„Wir brauchen ein Umdenken beim Hochwasserschutz, auch im Mühlviertel. Wir müssen neben dem zentralen auch den dezentralen Hochwasserschutz viel stärker forcieren. Mit dem derzeitigen Wasserbautenförderungsgesetz wird nur der Bau von Dämmen und großen Retentionsbecken gefördert, nicht aber das Vermindern der Ursachen für das Entstehen von Hochwasser. Das muss sich ändern. Hier braucht es zusätzliche Fördermöglichkeiten“, betont die Grüne Hochwasserschutzsprecherin LAbg. Uli Böker nach der gestrigen Exkursion des Umweltausschusses des Oö. Landtags zur Feldaist bei Pregarten.
Dezentrale Maßnahmen gefordert
Auf Einladung der regionalen Initiative für ökologischen und nachhaltigen Hochwasserschutz wurden die Herausforderungen vor Ort erkundet und diskutiert. Anlass dafür war ein Initiativantrag der Grünen im Landtag, der die Forcierung dezentraler Maßnahmen für den Hochwasserschutz fordert als Ergänzung zu den bisher im Vordergrund stehenden zentralen Hochwasserschutzmaßnahmen. Der Klimawandel hat uns bereits im Griff, mit Wetterextremen von Hitzewellen bis Starkregen einschließlich Hochwassergefahr und Trockenheit. Die Herausforderung sei dementsprechend, nicht nur den Klimawandel zu bremsen, sondern uns auch beim Hochwasserschutz an die Entwicklung anzupassen und umzudenken.
Vorausschauend planen
„Dezentrale Maßnahmen bedeuten, sich bei künftigen Hochwasserschutzprojekten nicht nur auf die Fließgewässer selbst zu konzentrieren. Vielmehr sind es Maßnahmen die im gesamten Einzugsgebiet an einer Vielzahl von Stellen und nahezu innerhalb jeder Landnutzungsform umgesetzt werden können“, betont Böker. Das beinhaltet u.a. die Schaffung kleiner Speicherräume zur Abflussreduktion, die Förderung der Wasserspeicherfähigkeit durch angepasste Bewirtschaftung auf landwirtschaftlichen Flächen und in Wäldern sowie den Regenwasserrückhalt im bebauten Gebiet. „Das reduziert Hochwässer, mildert Trockenperioden, bremst Bodenerosion und fördert dazu die Artenvielfalt“, betont Böker.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden