Biergenuss mit Klimaschutz: Bei der Braucommune Freistadt kommt das erste klimaneutrale Bier in die Flaschen
FREISTADT. Das erste Bier, das ohne das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid gebraut wird, kommt bei der Braucommune Freistadt in Flaschen und Fässer. Möglich macht das die Zusammenarbeit mit der Linz AG.

Vater des Gedankens, ein klimaneutrales Bier zu brauen, war der Wunsch der Braucommune nach dem sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen. „Wir brauchen Unmengen an Gas für den Sudvorgang, und sehr viel Strom, um die Kühlanlagen in unseren Kellern zu betreiben“, schildert Braucommune-Geschäftsführer Ewald Pöschko die Ausgangslage. Der Brauprozess war bisher pro Jahr mit 1200 Tonnen CO2 belastet.
Analyse: Wo gibt es Einsparungspotenzial?
Mit Experten der Linz AG bzw. der Tochterfirma Linz Energieservice GmbH (LES) wurde eine Ist-Analyse durchgeführt: Wo wird Energie verschwendet, wo gibt es Einsparungspotenzial? Und dieses wurde reichlich gefunden, wie Bernd Freisais, Geschäftsführer der LES schildert: „Gemeinsam mit der Braucommune setzen wir einen ganzen Maßnahmenkatalog zur Einsparung von Energie um.“
Photovoltaik für 50 Häuser
Die Umrüstung auf LED-Licht und Wärme-Rückgewinnung aus Abwärme der Kühlung zählen ebenso dazu wie Digitalisierung der Mess-, Regel- und Steuertechnik und – quasi als weithin sichtbare Ausprägung des Klimaschutz-Gedankens – eine rund 1000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage, die mehr als 50 Einfamilienhäuser versorgen könnte. Der Tupfen auf dem Energiespar-i ist ein Elektro-Smart für firmeninterne Fahrten sowie eine Ladestation für alle E-Auto-Lenker, betrieben von der Linz AG.
200 Tonnen Kohlendioxid-Einsparung pro Jahr
„Mit all diesen Maßnahmen kann mehr als die gesamte Biozwickl-Erzeugung CO2-neutral erfolgen, wir sparen knapp 200 Tonnen des klimaschädlichen Stoffs pro Jahr ein“, freut sich Ewald Pöschko. Finanziert wird das Energieeffizienzprojekt durch Contracting. „Das bedeutet, das die Projektkosten von rund einer Million Euro in den kommenden zehn Jahren über die Einsparung refinanziert werden“, beschreibt Erich Haider, Generaldirektor der Linz AG.
Gemeinwohlbilanz geplant
In der Braucommune soll die monetäre Bilanz künftig im Sinne der Nachhaltigkeit durch eine Gemeinwohlbilanz ergänzt werden. Und wer die Freistädter Brauer kennt, weiß, dass in deren Köpfen schon wieder neue Pläne reifen. „Mir schwebt vor, das Gas im Heizwerk zumindest teilweise durch Hackgut oder Pellets zu ersetzen“, spekuliert Ewald Pöschko schon mit dem nächsten Schritt in Sachen Klimaschutz.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden