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BEZIRK FREISTADT. Die aktuellen Grenz-Hindernisse schränken die Freistädter Wirtschaft ein. WKO-Obmann Christian Naderer sagt: „Unternehmen brauchen freien Grenzverkehr“. 

Kilometer- und stundenlanger Stau an der tschechischen Grenze belastet Freistädter Unternehmen. Foto: MA Schinko

„Wir haben viel Engagement investiert, damit der Grenzraum Mühlviertel – Südböhmen als Lebens- und Wirtschaftsraum sukzessive zusammenwachsen konnte. Der freie Personenverkehr an der Schengen-Grenze zwischen Österreich und Tschechien hat dazu maßgeblich beigetragen. Die Corona-Pandemie hat diese grenzüberschreitenden Beziehungen jäh unterbrochen“, bedauert der Obmann der WKO Freistadt, Christian Naderer.

Der Markt nördlich der Grenze zu Tschechien ist damit so gut wie abgeschnitten, worunter vor allem der Handel und die Gastronomie besonders leiden. Umso hoffnungsvoller setzt Naderer auf die Ankündigung tschechischer Regierungsspitzen, die Grenzen zum 8. oder 15. Juni wieder zu öffnen. 

Kontrollen sorgen für stundenlange Staus

„Offene Grenzübergänge bedeuten aber noch nicht, dass Grenzübertritte auch ungehindert möglich sind. Es wird weiterhin kontrolliert, nur bestimmte Personengruppen dürfen passieren, Formalitäten wie Tests und Bescheinigungen sind nachzuweisen“, sieht Naderer die Gründe für kilometer- und stundenlange Staus an der Grenze in Wullowitz. Darunter leiden die Freistädter Unternehmen enorm, wie eine aktuelle Umfrage der WKO Freistadt bestätigt.

So befürchten 49,3 Prozent der regionalen Unternehmen Umsatzeinbußen von mindestens 20 Prozent durch das Ausbleiben tschechischer Kunden. Bürokratische Behinderungen erschweren tagtäglich den Berufsalltag der Grenzpendler, also tschechischer Arbeitskräfte, die zu ihrer Arbeit nach Österreich einpendeln. Aber auch Mitarbeiter heimischer Betriebe, die zur Erledigung von Montagen, Kundenbesuchen oder Terminen in den eigenen Niederlassungen die Grenze zu Tschechien passieren müssen, leiden unter den Formalitäten, Kosten für Tests und den stundenlangen Staus in Wullowitz. Knapp 79 Prozent der befragten Freistädter Unternehmen fühlen sich durch diese Bürokratismen an der Grenze und Staus beeinträchtigt, die Hälfte davon sogar sehr stark.

Einerseits haben sowohl Österreich als auch Tschechien erfreulich niedrige Covid-Infektionszahlen, andererseits steht die Wirtschaft enorm unter Druck. Da gilt es, die bestehenden Restriktionen dringend auf ihre Erforderlichkeit und Angemessenheit zu überprüfen, so Naderer.

Zumindest der kleine Grenzverkehr sollte wieder rasch möglich sein, um Konsumenten und Touristen das ungehinderte Passieren der Grenze für Ausflugsfahrten, Einkäufe und Besuche zu ermöglichen, wünscht sich Naderer im Interesse aller Betroffenen.


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