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RAINBACH. Große Erleichterung in der verkehrsgeplagten Gemeinde Rainbach: Ministerin Leonore Gewessler hat bekanntgegeben, dass der S 10-Abschnitt nördlich von Freistadt nach umfassender Evaluierung gebaut werden kann. 

Aufatmen in Rainbach: Sowohl die Evaluierung als auch der UVP-Bescheid sind positiv, die Verkehrshölle im Ortszentrum (Bild) hat ein Ablaufdatum. Foto: Überegger

Wie das Ministerium heute bekannt gab, wird der Lückenschluss der S 10 nach der umfassenden Evaluierung seitens des Klimaschutzministeriums gebaut werden. Das Teilstück ist einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen worden, deren Ergebnis offenbar ebenfalls positiv ausgefallen ist. Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) hatte Anfang Juli mit ihrer Anordnung, alle Straßenneubauprojekte der Autobahngesellschaft (Asfinag) einer Evaluierung zu unterziehen, große Verunsicherung nicht nur im Mühlviertel ausgelöst

LH Stelzer erwartet zügige Umsetzung

„Es ist sehr erfreulich, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Evaluierung zum Lückenschluss der S10, wie nicht anders zu erwarten war, positiv abgeschlossen wurden. Damit hat das für die Menschen in der Region wichtige Projekt entscheidende Hürden genommen. Wir erwarten uns, dass das Projekt jetzt zügig in die Umsetzung geht“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer, der in den letzten Wochen die Evaluierungspolitik heftig kritisierte und Klimaschutz mit Hausverstand forderte.

Rainbachs Bürgermeister erleichtert

Auch Rainbachs Bürgermeister Günter Lorenz ist erfreut: „Wir sind sehr froh über die heutigen Entscheidungen. Mit den positiven Prüfergebnissen zeichnen sich für unseren Ort eine zukunftsweisende Verkehrslösung und eine wichtige Entlastung der Anrainer ab. Danke an alle die uns unterstützt haben – allen voran an Bundeskanzler Sebastian Kurz und Landeshauptmann Thomas Stelzer.“

Leistungsfähige Zugverbindung mit Tschechien

In der Medieninfo des Verkehrsministeriums wird auch auf die Dringlichkeit beim Ausbau der Bahnverbindungen mit Tschechien hingewiesen. „Wir haben beim Bund mehrmals darauf hingewiesen, dass es neben dem Ausbau der S 10 auch eine deutliche Aufwertung der Bahnstrecke nach Tschechien braucht. Die Fahrtstrecken zwischen Linz und Prag sowie Linz und Budweis sind für heutige Verhältnisse deutlich zu lange. Es ist daher sehr zu begrüßen, dass dieses Vorhaben nun von den ÖBB und vom Verkehrsministerium geprüft wird. Eine leistungsfähige Zugverbindung mit Tschechien ist ein essenzieller Schritt, um unsere Regionen besser zu vernetzen und damit unseren Standort zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen“, hofft der Landeshauptmann auf rasche Planungen und Investitionen durch den Bund bzw. den ÖBB.

LR Kaineder: Schutz der Menschen vorrangig

Landessprecher und Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) begrüßt die Entscheidung für den S 10-Lückenschluss ebenfalls: „Noch am Samstag habe ich mir selbst ein Bild von der Situation vor Ort gemacht und für mich ist klar, dass der Lückenschluss der S 10 Sinn macht. Hier geht es um den Schutz der Menschen vor Lärm und Emissionen, der internationale Schwerverkehr darf hier nicht länger durch Ortszentren brettern“, so Stefan Kaineder. Auch er weist jedoch auf die Bedeutung einer attraktiven Bahnverbindung hin: „Um für die Menschen im unteren Mühlviertel eine attraktive und moderne Verkehrsanbindung gewährleisten zu können, ist eine ordentliche und schnelle Bahnverbindung unabdingbar. Wir läuten jetzt gemeinsam mit Leonore Gewessler und der Bundesregierung das Jahrhundert der Schienen ein. In Zukunft wird es möglich sein, in 2,5 Stunden von Linz in Prag zu sein. Das ist einerseits eine gute Nachricht für ein vereintes Europa und vor allem für die vielen Pendlerinnen und Pendler“, betont Kaineder.

LR Steinkellner: Hochrangige Verkehrsnetze wachsen zusammen

„Der Weiterbau der S 10 ist ein zentrales Straßenbauprojekt für unser Heimatland Oberösterreich. Der Ausbau dieser zukünftig landesübergreifenden Verbindung gewährleistet neben wirtschaftlichen Impulsen für eine gesamte Region auch mehr Lebensqualität und Verkehrssicherheit für die belasteten Gemeinden. Ohne den Ausbau würden bis ins Jahr 2035 rund 20.000 Fahrzeuge durch das Ortszentrum von Rainbach fahren. Mit dem Bau der S10 reduziert sich diese Zahl auf 1.500 Fahrzeuge“, unterstreicht Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner. “Wenn man einen Blick auf die europäische Landkarte wirft, wird man erkennen, dass hochrangige Verkehrsnetze mehr und mehr zusammenwachsen. So verhält es sich auch mit der strategisch wichtigen Verbindung Berlin – Dresden – Prag und weiter südlich in Richtung Linz. Selbst wenn es auf einem kleinen Abschnitt von 16 Kilometern keine Autobahn geben sollte, werden die Verkehrsfrequenzen dennoch zunehmen. Der ökologische Benefit wäre aufgrund massiver Staubelastungen in den Gemeinden nicht vorhanden“, so Steinkellner.  „Ich bin froh dass die Vernunft am Ende des Tages gesiegt hat und keine weiteren Verzögerungen durch zusätzliche Evaluierungen erfolgen“, unterstreicht Steinkellner, der in der Osttangente einen wichtigen nächsten Schritt sieht, um die Mobilitätsinfrastruktur im oö. Zentralraum zukunftsfit zu gestalten.


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