Leserbrief zum Artikel "Putenställe bleiben immer öfter leer"
BEZIRK. Die Bezirksgruppe des Unabhängigen Bauernverbands Freistadt (UBV) meldet sich in einem Leserbrief zum Artikel „Putenställe bleiben immer öfter leer“ zu Wort.

Um ehrlich zu sein, waren wir etwas erstaunt über den Artikel „Putenställe bleiben immer öfter leer“ in der TIPS Ausgabe KW12/2024.
Die „umfassende Lebensmittelherkunftskennzeichnung“ war Thema eines Volksbegehrens, das an die 150.000 Unterschriften erreicht hatte und somit im Nationalrat behandelt werden musste.
“Konnten es fast nicht glauben!“
Als am 28.02.2024 bei der Nationalratssitzung darüber abgestimmt wurde, konnten es die 48 Landwirtinnen und Landwirte aus Oberösterreich, die extra mit einem Bus nach Wien gereist waren, um bei der für sie so wichtigen Entscheidung dabei zu sein, fast nicht glauben!
Ausgerechnet ÖVP-Nationalratsabgeordneter und Bauernbundpräsident Georg Strasser blieb gemeinsam mit seinen 17, dem Bauernbund zuzuordnenden Kolleginnen und Kollegen, sitzen, anstatt für seine „Standeskollegen“ aufzustehen. Auch Grüne und Neos stimmten dagegen. Nur FPÖ und SPÖ stimmten für eine explizite Kennzeichnung.
Sie setzen sich also für die Belange der Landwirte und in diesem Fall auch für die der Konsumenten ein.
„Heuchelei“
Nun zu kritisieren, dass die Standards in anderen Ländern nicht denen in Österreich entsprechen und deshalb der Absatz eklatant, aufgrund des Preisunterschiedes einbricht, empfinden wir als Heuchelei par excellance. Auch die Ausrede, das können wir nicht allein entscheiden, das muss auf EU Ebene geregelt werden, kann man nicht gelten lassen.
Denn: Nach europäischem Recht ist die nationale Einführung einer obligatorischen Herkunftskennzeichnung zulässig, wenn gute Gründe vorliegen. Dazu zählen bspw. das Vorhandensein nachweislich höhere Haltungsstandards im Inland sowie der Wunsch von vielen in der Bevölkerung nach einer solchen Kennzeichnung.
Es ist höchste Zeit, dass die bäuerliche Vertretung nun endlich anfängt die Interessen der Landwirte und auch jene der Bevölkerung zu vertreten, bevor das Höfe sterben gar nicht mehr aufzuhalten ist und nicht „nur“ Putenställe leer stehen.
Die Wichtigkeit dieser Angelegenheit ist für uns auf jeden Fall noch nicht vom Tisch!
BV-Bezirksgruppe Freistadt


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