Wasserkraftwerk Lasberg feiert 100-Jahr-Jubiläum
LASBERG. Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 2. Juni wird das 100-Jahr-Jubiläum des Wasserkraftwerks Lasberg gefeiert.

Es war vor 100 Jahren, als das Wasserkraftwerk an der Feistritz, unweit der Burgruine Dornach, in Betrieb ging. Die damals installierte Turbine ist immer noch in Betrieb und verrichtet zuverlässig ihre Dienste.
Strom für ca. 400 Haushalte
Seit 2010 ist das Kraftwerk im Besitz von Fritz Schwaiger. Sein Bruder Martin Schwaiger leitet seither den Betrieb mit Unterstützung weiterer Verwandtschaft. Das Kraftwerk wurde in den vergangenen Jahren vollständig saniert und automatisiert. Durch Ausnutzung der 50 Meter Fallhöhe kann es bis zu 300 kW leisten und im Regeljahr knapp 1,2 Millionen Kilowattstunden produzieren, was dem Stromverbrauch von ca. 400 Haushalten entspricht.
Am Sonntag, 2. Juni 2024 findet anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums von 10.30 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Tür statt, zu dem alle Interessierten eingeladen sind.
Mehr zur Geschichte des Wasserkraftwerks
Bereits 1901 hatten die Siemens-Schuckert Werke aus Wien an der Stelle der Feistritz ein Wasserkraftwerk geplant und behördlich genehmigen lassen. Aber es fand sich 20 Jahre lang kein Investor, der es zu realisieren vermochte. Erst 1922, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges begann Johann Pühringer aus St. Oswald, mit finanzieller Unterstützung einiger Bauern aus Lasberg, den Bau.
Mit Ausnahme des Stausees wurde die Anlage schon damals so gebaut, wie sie heute besteht. Unterhalb des Fürstenhammer wurde eine niedrige Betonwehr in der Feistritz errichtet und das Wasser über einen 150 Meter langen Triebwasserkanal ausgeleitet, der dann in einen 200 Meter langen Stollen mündet, durch einen Bergrücken und die Landesstraße zum Wasserschloss führt, und da fließt das Wasser über eine 200 Meter lange Druckrohrleitung hinunter zum Krafthaus. Das Unterwasser mündet etwas oberhalb der Bahnhaltestelle Lasberg in die Feldaist. Vorerst wurde eine Turbine mit 130 kW Leistung installiert.
Die Baukosten überstiegen erheblich die geschätzten Kosten. Außerdem musste auch das Verteilnetz errichtet werden, das in seiner größten Ausdehnung über 20 Kilometer lang war und bis Schenkenfelden reichte. So kam es zu einigen Verwerfungen zwischen den Investoren, bei denen letztendlich der gelernte Maschinenbauer Leopold Greslehner als Eigentümer und Betreiber übrigblieb. Um die Bedarfsspitzen besser abdecken zu können, wurde 1956/57 der Stausee gebaut und eine zweite Turbine installiert.
Der Strombedarf wuchs stetig und konnte vom Kraftwerk nicht mehr gedeckt werden. Daher verkaufte Leopold Greslehner das Netz an die ESG (heute Linz Strom GmbH) und er speiste den produzierten Strom ins ESG-Netz ein.
1982 übergab Leopold Greslehner das Kraftwerk an seinen Sohn Klemens. Dieser verkaufte im Jahr 2000 die sanierungsbedürftige Anlage an einen Investor aus München. Er führte einige Sanierungen durch, verkaufte dann 2006 weiter an die WEB Windenergie AG aus Pfaffenschlag im Waldviertel. Fritz Schwaiger, gebürtiger Lasberger, war mit seinem Planungsbüro für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft in Innsbruck bereits für die WEB tätig. 2010 gelang es ihm, das Kraftwerk in einem Lizitationsverfahren von der WEB zu kaufen. Sein Bruder Martin Schwaiger leitet seither den Betrieb mit Unterstützung weiterer Verwandtschaft.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden