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FREISTADT. Small Modular Reactors (SMR), sind ein reiner Marketingbegriff aus dem Wortschatz der Atomlobby, ist das Anti Atom Komitee überzeugt. „Smart Marketing Reactors“ wäre treffender: Dass es etwas Derartiges nirgends gibt und auf absehbare Zeit nicht geben wird, lässt sich spielend herausfinden“, sagt Gerold Wagner.

Ob klein oder groß: Atomkraft ist nie harmlos, ist man beim Anti Atom Komitee überzeugt. (Foto: Daniel Prudek/Adobe Stock)

„Auch wenn regelmäßig berichtet wird, wie notwendig Atomkraft für die Energieversorgung sei, wie umweltfreundlich und wie sicher, wird die Sache nicht richtiger“, sagt Gerold Wagner vom Anti Atom Komitee. „Das soll den Leuten in Werbekampagnen über angebliche Fortschritte und Durchbrüche weisgemacht werden. Es soll, fern von den Tatsachen, der Anschein erweckt werden, dass Atomenergie überall alltäglich sei und unter anderem die sogenannten SMR die Antwort auf alles seien.“

Keinesfalls fehlen dürften ein gewisser Anschein an Seriosität und ein wissenschaftlicher Touch, andererseits sei keine Rede von Risiken, Abhängigkeiten, nach wie vor ungelösten Problemen, etwa beim Atommüll oder auch Zeiträumen und den zu erwartenden Kosten. SMR seien keine Lösung für irgendetwas, schon allein, weil sie auf Jahrzehnte gesehen nicht in Griffweite seien und nicht einmal der Begriff sei klar definiert. „Was es gibt, sind in erster Linie hohe Forderungen nach der Finanzierung aus öffentlichen Mitteln, diverse Papierkonzepte und große Ver­spre­chungen“, bemerkt Manfred Doppler. „Klein und ungefährlich, wie der Begriff wohl suggerieren soll, wären sie nicht.“

Kein billiger Atomstrom

Mit kleineren Reaktoren habe alles angefangen, bis klar war, dass große Atomkraftwerke, wenngleich ebenfalls subventioniert, mit Abstand wirtschaftlicher sind. Von „billigem Atomstrom“ könne keine Rede sein. Strom von der „Akademik Lomonossow“ beispielsweise, einem der zwei bekannten russischen Versuchsreaktoren und abgeleitet von einem Antrieb für Atomeisbrecher, koste ungefähr das Neunzigfache des landesüblichen Tarifs.

Doppler: „Dass solche Reaktoren, klein, günstig, sparsam, sicher, umweltfreundlich, nicht existieren, ist anscheinend kein Problem. Es gäbe nicht einmal ein Konzept, das all diese Eigenschaften vereint. Die Atomindustrie nämlich ist schon wieder einen Schritt weiter bei AMR, Advanced Modular Reactors. Was das genau sein soll, liegt noch tiefer im Nebel. Natürlich wird auch weiterhin die Rede von SMR sein, es drängt sich aber der Schluss auf, dass diese womöglich doch nicht das Wahre gewesen wären. Egal, auch Fantasien lassen sich weiterentwickeln und anscheinend gut verkaufen. So sieht halt gutes Marketing aus!“


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