Liebenauer Bürgermeister August Reichenberger legt sein Amt zurück
LIEBENAU. Nach rund fünf Jahren an der Spitze der Gemeinde legt August Reichenberger (ÖVP) sein Amt als Bürgermeister von Liebenau mit Ende Oktober zurück.

Reichenberger hat seinen Amtsverzicht bereits eingereicht. In der Gemeinderatssitzung am Freitag, 16. Oktober, soll der Rücktritt offiziell im Gemeinderat bekannt gegeben werden. Die Parteien wurden bereits über die Entscheidung informiert.
Neuwahl am 6. November
Die Neuwahl des Bürgermeisters findet am 6. November im Rahmen einer Gemeinderatssitzung statt. Für die ÖVP wird Vizebürgermeister und Amtsleiter Manfred Eckl kandidieren. Er möchte die Funktion bis zur regulären Bürgermeisterwahl im Herbst 2027 interimistisch übernehmen. Bei der Wahl 2027 wird Eckl allerdings nicht selbst antreten, da er weiterhin als Amtsleiter tätig ist.
Wer für die ÖVP 2027 ins Rennen gehen wird, soll am 25. Oktober bekannt gegeben werden. Ein möglicher Kandidat steht bereits im Raum, die Entscheidung ist allerdings noch nicht endgültig fixiert. Reichenberger verrät, dass es sich um um einen Quereinsteiger handelt.
Beruf und Bürgermeisteramt
August Reichenberger, der am 5. November 2021 zum Bürgermeister angelobt wurde, hat sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht. Ausschlaggebend seien eine lange Überlegungsphase und ein persönlicher Reifeprozess gewesen. Vor allem die hohe zeitliche Belastung durch Beruf und Politik habe ihn dazu bewogen, das Amt zurückzulegen.
Reichenberger arbeitet bei der Firma Göweil als Technikleiter und trägt dort als Abteilungsleiter Verantwortung für rund 20 Mitarbeiter. Die vergangenen fünf Jahre seien von einer hohen Arbeitsbelastung geprägt gewesen, schildert er. Beruf und Bürgermeisteramt hätten zusammen häufig rund 70 Wochenstunden beansprucht. Auch die Familie habe unter dieser Situation gelitten. Zeitweise habe er im Beruf auf Teilzeit reduziert, inzwischen ist er jedoch wieder in Vollzeit tätig.
Die veränderten beruflichen Anforderungen machten es zunehmend schwierig, beiden Aufgaben gerecht zu werden. „Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst. Mit einem Vollzeitjob kann ich die Arbeit als Bürgermeister nicht mehr so erledigen, wie ich es von mir selbst erwarte“, erklärt Reichenberger.
Kein Bruch mit der ÖVP
Sein Rückzug aus dem Bürgermeisteramt bedeute keineswegs einen Abschied aus der Politik. Reichenberger betont, dass es weder einen Streit noch einen Bruch mit der ÖVP gebe. Er wolle weiterhin für die Partei aktiv bleiben, auch im Gemeinderat. Zudem stellt er sich der Wahl zum Parteiobmann.
Dass ihm der Abschied aus dem Bürgermeisteramt dennoch nahegeht, verhehlt Reichenberger nicht. Die Entscheidung sei ihm schwergefallen, denn neben der großen Verantwortung habe es viele schöne Momente gegeben. Mit etwas Wehmut blicke er auf die vergangenen Jahre zurück.
Unterstützung
Besonders geschätzt habe er die Möglichkeit, Menschen direkt zu helfen. Aus der Arbeit für die Gemeinde seien persönliche Kontakte und Freundschaften entstanden, die ihm viel bedeuteten. Auch der Austausch mit den Bürgermeisterkollegen der Mühlviertler Alm sei eine wertvolle Unterstützung gewesen. Gerade zu Beginn seiner Amtszeit hat er von deren Erfahrungen profitiert. Die gute Zusammenarbeit und die gegenseitige Hilfe innerhalb der Region hätten ihm den Einstieg erleichtert.
„Es war eine interessante und lehrreiche Zeit“, zieht Reichenberger Bilanz. Besonders in Erinnerung bleibe ihm auch, gemeinsam mit anderen etwas für die Gemeinde bewegen und konkrete Projekte umsetzen zu können. Dazu zählt er unter anderem das Projekt Tannermoor und den Umbau des Kindergartens.








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