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GALLNEUKIRCHEN. Josef Danninger verwandelte die Stadt in eine öffentliche Galerie. Der Hobbyfotograf und leidenschaftliche Sammler alter Fotos und Ansichtskarten hat Gruppenfotos ab dem Jahr 1904 bearbeitet, die Namen der Abgebildeten recherchiert und in Gallneukirchen ausgestellt. 

Josef Danninger hat bereits drei Ausstellungen mit alten Fotos gemacht. Foto: Maurer
  1 / 2   Josef Danninger hat bereits drei Ausstellungen mit alten Fotos gemacht. Foto: Maurer

„Begonnen hat alles mit einem Flohmarkt-Besuch in den 70er-Jahren“, sagt Danninger. In einer Schachtel mit alten Fotos, Soldatenfotos, Urlaubsfotos und Ansichtskarten hat er Bilder aus dem Mühlviertel entdeckt. „Für fünf Schilling hat die Schachtel den Besitzer gewechselt“, erzählt der Hobbyfotograf. Sein Interesse war geweckt und er hat immer weiter alte Aufnahmen aus der Umgebung gesucht. Beim Durchsehen der Fotos mit Bekannten entstanden rege Diskussion, was mit den abgebildeten Leuten passiert ist, wo sie jetzt wohnen, wen sie geheiratet haben oder was sie nun arbeiten. „Ich habe gemerkt, dass da ein großes Interesse da ist“, sagt der Pensionist, der lange in der Metallindustrie tätig war. „Ich habe dann die Plätze in Gallneukirchen gesucht, von wo aus fotografiert wurde und habe die Fotos nachgemacht.“

Kalender mit alten und neun Ansichten

Danninger hat die alten Ansichten und die neuen Fotos nebeneinandergestellt und daraus einen Kalender gemacht. Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen aus anderen Gemeinden zeigten ebenfalls Interesse und so hat er den Kalender für mehrere Mühlviertler Gemeinden gemacht. Fritz Fellner vom Schlossmuseum Freistadt hat ihm mit vielen alten Foto-Scans ausgeholfen. Danach hat Fellner Danninger gebeten, eine Fotoausstellung aus seiner Sammlung zu machen. Diese wurde im Jahr 2010 im Schlossmuseum gezeigt und kam gut bei den Besuchern an.

Arbeit im Wandel der Zeit

Eine zweite Ausstellung mit dem Titel „Arbeit im Wandel der Zeit“ folgte. Für diese hat Danninger dreieinhalb Jahre Fotos gesucht, bearbeitet und recherchiert. „Es war schwierig, das Alltagsleben wurde meist nicht fotografiert. Es gab viele Fotos von ackernden Bauern, dem Schnittern und Prestigefotos mit Bauern, Pferden, Ochsen und Dienstboten vor dem Stadltor. Fotos vom Mistausfahren oder der Kartoffelernte waren schwierig zu finden.“ Danninger kam der Zufall zu Hilfe. Ein Leondinger hat vor vielen Jahren bei seinem Urlaub in Rainbach bei Freistadt viele Fotos von Bauern gemacht. Nach seinem Tod haben die Erben die Fotos im Museum in Freistadt abgegeben.

Lustige Schulstreiche und tragische Geschichten

Für die Ausstellung in Gallneukirchen hat Danninger viele Gallneukirchner Stadtbewohner besucht. „Ich habe dabei viele Geschichten gehört, lustige Schulstreiche und auch tragische Ereignisse.“ Insgesamt wurden 70 Fotos ausgewählt, bearbeitet, vergrößert und an 26 Orten in der Stadt ausgestellt. „Bei den meisten abgebildeten Personen konnte ich den Namen herausfinden. So manch einem Gesicht bin ich aber ein halbes Jahr nachgelaufen“, sagt Danninger. „Mein Grundgedanke war, dass die Leute nicht ganz vergessen werden. Geschichte hat immer mit Leuten zu tun, meist erzählt man aber nur von Königen und Kaisern, nicht aber von der Bevölkerung.“ Viele der Fotos sind von Foto Fischerlehner. Eine der Vorfahrinnen, Luise Loitz, hat schon in der Zwischenkriegszeit fotografiert. 


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