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Hans Dumfarth: "Es ist schön, wenn man in Krisenzeiten weltumspannend etwas bewegen kann“

Mag. Michaela Maurer, 11.12.2018 17:05

GALLNEUKIRCHEN. Johann Dumfarth stand dem Roten Kreuz fast 50 Jahre als Führungskraft zur Verfügung. Für sein Engagement wurde er mit der Rettungsdienstmedaille in Gold ausgezeichnet. Im Tips-Gespräch erzählt er vom ersten Notarztwagen, von Auslands­einsätzen und den Leistungen der Mitarbeiter. 

Landeshauptmann Thomas Stelzer, Hans Dumfarth und Erhard Hackl (Vize-Präsident Rotes Kreuz OÖ) Foto: Land OÖ/Sabrina Liedl

„Als Mädchen für alles“ hat Hans Dumfarth am 3. November 1968 im Landessekretariat beim Roten Kreuz angefangen. „Und ich habe es keinen einzigen Tag bereut“, sagt der Gallneukirchner. „Es ist schön die Entwicklung des Roten Kreuzes zu sehen und dass ich dabei mitwirken durfte.“ Die Einführung des Rettungshubschraubers, der erste Notarztwagen 1974 – eingerichtet vom Intensivmediziner Hans Bergmann vom Linzer AKH – die Umstellung auf die Notarzt-Einsatzfahrzeuge (NEF), die Einführung des Funks Ende der 60er-Jahre und das Sanitätergesetz zur Regelung der Ausbildung und Qualitätssicherung sind Dumfarth noch gut in Erinnerung. Vor allem den Funk bezeichnet er als Meilenstein in der Geschichte des Roten Kreuzes: „Dadurch wurde vieles effizienter, Einsatz-Teams konnten schneller umdirigiert werden und waren schneller beim Einsatzort. Vorher wurde alles telefonisch gemacht, der Notruf von zuhause abgearbeitet und die Mitarbeiter mussten dann erst in die Dienststelle fahren.“

„Freiwillige finden wird immer schwieriger“

In den 1980er-Jahren kam die EDV dazu. „Das war am Anfang kompliziert, weil wir den Umgang mit dem Computer ja nicht kannten. Durch intensive Schulung wurde dadurch vieles erleichtert und viele Schritte automatisiert.“ Freiwillige für das Rote Kreuz zu gewinnen wird laut Dumfarth immer schwieriger: „Ich glaube, das liegt daran, dass sich die Gesellschaft geändert hat. In den 70er-Jahren hatten wir in Gallneukirchen viele Hausfrauen beim Roten Kreuz, die vormittags im Einsatz waren. Heute arbeiten mehr Frauen, für die Jungen gibt es ein sehr vielseitiges Freizeitangebot in den Gemeinden, Studenten gehen in die Stadt oder ein anderes Bundesland. In den 80er-Jahren war ein Freiwilliger im Durchschnitt zirka acht bis neun Jahre beim Roten Kreuz, heute sind es zirka dreieinhalb Jahre.“

International im Einsatz

Auch international sind österreichische Rot Kreuz-Mitarbeiter im Einsatz, wie beispielsweise beim Einsatz nach dem Tsunami 2004 in Thailand. „Besonders die Trinkwasseraufbereitung der Österreicher ist im Ausland sehr gefragt“, erklärt Dumfarth.

Er selbst kann sich noch sehr gut an einen Einsatz während der Rumänien-Krise 1990 erinnern. Gleich nach der Bescherung am Heiligen Abend ging es an die Vorbereitungen für die Hilfslieferungen nach Rumänien. Vereine in ganz Oberösterreich haben zusammengeholfen, um die Hilfsgüter zu organisieren und in einem Lager zu sammeln. In Rumänien wurden diese dann an bedürftige Familien verteilt. „Das Land hat mich damals an meine Jugend in den 50er-Jahren erinnert. Die Bescheidenheit der Bevölkerung war für mich beeindruckend. Auf kaum befestigten Straßen waren Leute mit Leiterwagen unterwegs.“ Nationale Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaften gibt es in 190 Ländern, daher in fast allen Staaten der Erde. Weltweit eine der wertvollsten Marken. „Es ist schön, gerade in Krisenzeiten, zu sehen, dass man gemeinsam weltumspannend etwas bewegen kann“, sagt Dumfarth.

Soziale Dienste

„Mir war es wichtig, die Mitarbeiter – die beruflichen, die freiwilligen und Zivildiener – bei ihren Aufgaben zu unterstützen und dafür die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Ihnen Respekt für ihre Tätigkeit entgegenzubringen und dass sie auch in der öffentlichen Meinung ihren nötigen Stellenwert haben“, schildert Dumfarth und betont wie wichtig auch die Zivildiener, die Freiwilligen und die Spendengelder sind. „Die Mitgliederbeiträge und die Spendengelder ermöglichen die Bewirtschaftung der vielen Aufgaben und die Ausstattung der Dienststellen.“

Neben dem Rettungsdienst und dem Katastrophenhilfsdienst sind auch die sozialen Dienste, wie Essen auf Rädern und die Nachbarschaftshilfe, ein wichtiger Bestandteil des Roten Kreuzes. „Als wir in Gallneukirchen mit dem Essen auf Rädern-Dienst angefangen haben, hat der Sozial­hilfeverband dem Roten Kreuz einen gebrauchten VW-Käfer geschenkt, mit dem das Essen geliefert wurde. Heute gibt es moderne Autos in mehreren Gemeinden.“ Der Essen auf Rädern-Service ist für viele auch ein wichtiger sozialer Kontakt. „Die Kunden freuen sich, dass jemand zu ihnen heimkommt und sich auch ein paar Minuten mit ihnen unterhält.“ 


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