Demenz - Betroffene verstehen
GALLNEUKIRCHEN. Sich nicht mehr erinnern, was am Vormittag passiert ist. Nicht mehr wissen, wie man den Weg heim findet. Demenz hat viele Seiten. Daher haben am Tag der offenen Tür der Schulen für Sozialbetreuungsberufe (SOB) Gallneukirchen Schüler versucht, Besuchern mit einem „Demenzweg“ die Auswirkungen von Demenz nahezubringen.

Das Ziel des Projektes war, den Verlauf der Demenz spürbar nachzuempfinden, um damit der Öffentlichkeit das Thema nahezubringen. Im Rahmen der Ausbildung zum Diplom-Sozialbetreuer Altenarbeit entstand die Idee, die Erkrankung Demenz für betroffene Angehörige erlebbar zu machen. „Durch die fundierte Fachausbildung hatten wir bereits ein gutes Wissen zum Thema Demenz, in der Diplomausbildung konnten wir dieses vertiefen“, erzählt Schülerin Jaqueline Biberhofer.
Jetzt versteh ich den Opa endlich
Die einzelnen Stationen des „Demenzweges“ bestehen aus alltäglichen Gegenständen. „Wir haben uns an die sieben Stufen der Reisberg Skala – benannt nach einem führenden Demenzforscher– gehalten und die Stationen danach gestaltet“, erklärt Biberhofer. „Die Besucher tauchen in die Welt der Demenzbetroffenen ein und können sich dadurch besser in ihre Angehörigen oder Klienten einfühlen.“ Der Besucherandrang am Tag der offenen Tür in der SOB Gallneukirchen war groß. „Trotz anfänglicher Skepsis mancher Besucher waren viele bereit sich darauf einzulassen und wurden dabei positiv überrascht. Wir wollten zum Nachdenken anregen, denn man muss das Krankheitsbild verstehen, dann ist ein Leben mit Demenz gut möglich. Das wird auch deutlich durch den Ausspruch einer Besucherin: Jetzt versteh ich den Opa endlich!“, so Biberhofer.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden