GARS AM KAMP. Hohe Rohstoffpreise, enorme Lohnnebenkosten und ein endloser Bürokratieaufwand stellen derzeit die Bäcker vor besondere Herausforderungen. Das habe auch für Niederösterreich dramatische Folgen, stellt Johann Ehrenberger, Landesinnungsmeister der Bäcker aus Gars am Kamp, fest.

„In Niederösterreich gibt es Städte mit rund 30.000 Einwohnern, in denen nur mehr ein einziger produzierender Betrieb existiert. Es gibt zwar auch Ortschaften mit nur 500 Einwohnern, die einen Bäcker haben. Dieser versorgt aber oft bis zu dreißig kleine Orte, wo er von Haus zu Haus fahren muss.“ so Ehrenberger. Weiters betont er, dass diese Bäcker noch echtes Handwerk betreiben. Da werde noch gewogen, geknetet und gebacken. „Wir haben keine Tiefkühlteiglinge aus Fernost, welche oft monatelang im Tiefkühllager auf das Fertigbacken warten“, so der Innungsmeister. Das könne eher bei den Handelsketten passieren, „die mit Backwaren versuchen, Kunden ins Geschäft zu locken.“ Da die Handelsketten tausende Artikel verkaufen, könnten sie einige sehr preisgünstig anbieten. “Wir gewerbliche Bäcker führen nur etwa 300 Produkte, wovon im Durchschnitt lediglich dreißig unsere Hauptumsatzträger sind“, sagt Ehrenberger. Damit diese Bäcker im Wettbewerb mit den Handelsketten nicht untergehen, unterstützt die Niederösterreichische Wirtschaftskammer sie mit Schulungen und Beratungen, wie etwa Trends zu neuen Produkten. In diesem Sinn sei die Aktion „Handwerk stärken“ wieder verlängert worden.


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