„Mit Gewalt geht da nichts“ – Wandern mit Eseln erfordert Zeit und Geduld
GERETSBERG. Insgesamt fünf Esel leben am Berndlgut von Ulrike Sparber in Geretsberg. Wer möchte, kann mit Hengst Napoleon und seinen Gefährten sogar wandern gehen, dabei gemeinsam mit dem tierischen Partner die Umgebung erkunden und Stress und Hektik entfliehen.

Mit Eseln auf Wanderung gehen? Sind die denn nicht furchtbar stur?, werden sich an dieser Stelle einige Leser fragen. Es kommt immer darauf an, wie man mit ihnen umgeht, räumt Ulrike Sparber mit diesem Vorurteil auf. Grundsätzlich seien sie sehr freundlich, zutraulich und charmant, ihre Hauptcharakteristik sei jedoch, dass sie sehr vorsichtig sind. Neuem stehen sie anfangs oft kritisch gegenüber, das muss zuerst umfassend begutachtet werden. „Esel wollen alles selbst ergründen und gehen auf Nummer sicher. Mit Gewalt geht da gar nichts“, weiß Sparber, „wenn man zu stressig oder aggressiv ist, dann bleiben sie eben einfach stehen.“
Esel als Ruhepol
Diese Eigenschaft kann sich auf den Menschen durchaus positiv auswirken. Denn wer mit einem Esel auf Wanderschaft geht, muss sich Zeit nehmen und Ruhe bewahren, er entflieht dadurch Stress und Hektik. Die Wanderer müssen sich auf ihren eigenwilligen Partner einstellen und mit ihm zusammenarbeiten. Umso größer ist dann aber auch das Erfolgserlebnis nach einer geschafften Herausforderung, erzählt Sparber.
Schon von Kind an begeisterte sie sich für die Tiere. 2011 holte sich die staatlich geprüfte Lehrerin für Gespannfahren schließlich Hengst Napoleon zu sich auf dem Hof. Mittlerweile ist die kleine Herde zu fünft und lebt mit vier Haflingern zusammen. Sparber kennt all ihre langohrigen Schützlinge von klein auf – drei davon sind sogar am Hof geboren – und pflegt eine ganz besondere Beziehung zu ihnen.
Alles rund um den Esel
Neben Eselwanderungen von einigen Stunden bis zu vier Tagen werden am Berndlgut Eselreiten für Kinder und die Absolvierung eines „Esel-Führerscheins“ angeboten. Zudem Kutschenfahrten mit den Haflingern. Sparbers großes Ziel ist ein Vierspänner mit den Eseln. Das dauere aber noch, bis auch die jüngeren soweit sind, erklärt sie. Mehr Infos gibt es unter www.teamtirol.at
Ostereiersuche mit Eseln
Wer Napoleon und seine Freunde kennenlernen möchte, hat bei der öffentlichen und kostenlosen Eselwanderung am Dienstag, 27. März, dazu Gelegenheit. Unter dem Motto „Auf den Spuren des Osterhasen“ werden in zwei Stunden vier Gemeinden durchwandert. Die dabei gefundenen Ostereier transportiert Napoleon in seinem Körbchen. Treffpunkt ist um 10 Uhr beim Gasthof Steinerwirt in Eggelsberg.


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