Tag des Denkmals im Bezirk Gmunden
SCHARNSTEIN/BAD ISCHL/GMUNDEN. Der Tag des Denkmals am Sonntag, 25. September, bietet die Möglichkeit, mehr als 270 historische Objekte in ganz Österreich bei freiem Eintritt zu besuchen. Auch Bad Ischl, Gmunden und Scharnstein locken mit besonderen Programmen. Der Tag des Denkmals steht heuer unter dem Motto „Denkmal voraus: Denkmalschutz = Klimaschutz“.

Bad Ischl - Lehár-Stöckl
Saniertes Lehár-Stöckl - Herberge des Salinenarchivs: ein Beitrag zur Nachhaltigkeit Mit der Sanierung des Lehár-Stöckls ist eine nachhaltige Nach-Nutzung dieses denkmalgeschützten Gebäudes geglückt. Im Objekt sind nun das Salinenarchiv und Räume des LehárMuseums untergebracht. Wie bei jeder denkmalgerechten Restaurierung wurden dabei Ressourcen wie Grund und Boden, Baustoffe und andere geschont und zugleich historisches Erbe bewahrt. Man installierte zum Beispiel ein Temperiersystem, sanierte die Kastenfenster mit recyclierten Altglas-Tafeln und wo es nötig war, wurde die oberste Geschossdecke gedämmt. Alte Türblätter wurden zwecks wärmetechnischer Verbesserung reversibel aufgedoppelt statt neu angefertigt. Mit dem sanierten Lehár-Stöckl wird als „Voraus Denkmal“ ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Im Salinenarchiv kann zudem im Rahmen einer kleinen Ausstellung der im Salzkammergut seit Jahrhunderten betriebenen nachhaltigen Forstwirtschaft nachgespürt werden.
Bad Ischl - Museum der Stadt Bad Ischl
Museum im Denkmal: Das Museum der Stadt Bad Ischl befindet sich in einem alten Salzfertigerhaus - einem denkmalgeschützten Haus. Die wechselvolle Geschichte wird bei einer Führung durch das Haus und die Sammlung erzählt.
Gmunden - Dampfschiff Gisela
Dampfmaschine auf der DS Gisela: Die Gisela ist einer der ältesten Dampfer der Welt. Sie wurde im Jahr 1871 gebaut und verfügt über eine oszillierende Verbunddampfmaschine. Am Tag des Denkmals können Sie an Sonderfahrten mit dem 150 Jahre alten Dampfschiff Gisela auf dem Traunsee teilnehmen. Es wird möglich sein, die Maschine sowie die Maschinisten vom Deck aus zu beobachten.
Gmunden - Kammerhof Museum Gmunden
Alles auf Schiene: 110 Jahre Lokalbahn Gmunden – Vorchdorf: Die Saisonausstellung „Alles auf Schiene“ dokumentiert die Verkehrsgeographie des Gmundner Stadtraums eindrucksvoll. Die Lage der Stadt am eiszeitlichen Gletscherrand machte eine verkehrstechnische Erschließung schwierig. Über die Wasserstraße von Traunsee und -fluss fuhr man mit speziellen Zillen und selbst die Kaiser der Monarchie mussten mit dem Schiff weiter ins Innere des Salzkammerguts reisen. Aber bereits 1836 fuhr man mit der Pferdeeisenbahn von Traundorf über Linz nach Budweis. Sie gilt als eine der ältesten Bahnstrecken des europäischen Kontinents, deren Trasse mit der 1877 erbauten Salzkammergutbahn heute durch die moderne Traunsee-Tram verbunden ist. Die ehemalige „Nostalgiebahn“, die in den 1980er-Jahren kurz vor dem Aus stand, wurde somit zu einem Hoffnungsträger für eine klimaneutrale Zukunft.
Scharnstein - Sensenmuseum Geyerhammer
Nutzung von Wasserkraft für die Sensen- und Stromerzeugung: Im Sensenmuseum Geyerhammer, das sich direkt am Almfluss befindet, wird die 400-jährige Tradition der Sensenerzeugung wieder lebendig. An riesigen wasserbetriebenen Schmiedehämmern zeigen ehemalige Sensenschmiede, wie bis zum Jahr 1987 Sensen hergestellt worden sind.
Sie erfahren Interessantes über den Beginn der Sensenerzeugung in kleinen Hammerwerken entlang der Alm, über die Industrialisierung durch die Firma Redtenbacher ab dem Jahr 1885 und über die Schließung im Jahr 1987. In der Blütezeit wurden in Scharnstein eine Million Sensen erzeugt und in die ganze Welt exportiert. Neben der Geschichte der Sensenerzeugung wird auch das Leben und die Arbeitswelt der „Schwarzen Grafen“ und der Sensenknechte, ihre Wohnsituation und ihr soziales Umfeld beleuchtet.
Im gleichen Werkskanal, in dem die großen Wasserräder die Schmiedehämmer antreiben, befindet sich ein Wasserkraftwerk, das umweltfreundlichen elektrischen Strom erzeugt. Ein privates Elektroversorgungsunternehmen in Scharnstein betreibt einige Kraftwerke entlang der Alm.
Am Tag des Denkmals werden Führungen im Kraftwerk und zur nahe gelegenen Wehranlage (Schlauchwehr) angeboten: um 10 und 15.30 Uhr: Besichtigung des Wasserkraftwerks und der Wehranlage (Treffpunkt: Foyer des Sensenmuseums), sowie um 11 und 14 Uhr: Schauschmieden und Führung durch das Sensenmuseum
Scharnstein – Zülowhaus
Die Wirkung extensiver Landwirtschaft auf den Klimaschutz: Ausgangspunkt für den Vortrag ist die Wandmalerei von Franz Zülow aus dem Jahr 1942. In dieser wird die Landschaft und die kleinteilige Bearbeitung von Wiesen und Wäldern dargestellt. Der Landwirt und Chemiker Florian Kogseder spricht über die Auswirkung von Grünlandbewirtschaftung auf das Klima. Der Vortrag findet am Tag des Denkmals um 14:00 Uhr im Innenhof des Zülow-Hauses in Sternberg statt.


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