Ausstellung: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“

Katharina Wimmer Tips Redaktion Katharina Wimmer, 02.10.2022 14:00 Uhr

GMUNDEN. Die Galerie 422 Margund Lössl lädt diesen Herbst zu einer gemeinsamen Schau von Maximilian Bernhard und Lena Göbel, die am Samstag, den 15. Oktober startet und bis einschließlich Samstag, den 26. November läuft.

Die Tandemausstellung rückt die Auseinandersetzung mit der grafischen Technik des Holzschnitts und dessen zeitgenössischer Interpretation seitens einer jungen Künstler*innengeneration in den Mittelpunkt. Der Holzschnitt bei Maximilian Bernhard und Lena Göbel wird in ihren Werken seiner geschichtlichen Funktion als reproduzierbares Medium enthoben. Er wird Teil eines vielschichtigen künstlerischen Prozesses, dem ein starkes Unikat-Denken zugrunde liegt. Eine expressive Formensprache ist den plastischen Arbeiten von Bernhard als auch den malerischen Bildkompositionen von Göbel gemein.

Gegenwärtige Fragestellungen verhandeln

Der Konnex in Richtung gelebte Traditionen wird bei ihren Werken auf mannigfaltige Art und Weise luzid, inhaltlich verhandeln die Künstler galant und teils humoristisch gegenwärtige Fragestellungen gesellschaftlicher als auch kunstimmanenter Natur. In ihrer Unterschiedlichkeit begegnen sie einander und streichen den künstlerischen Ansatz des anderen hervor. Dabei überzeugen sie durch einen vitalen und unkonventionellen Umgang mit dem oftmals als antiquiert geltenden Medium.

Mit dem gewählten Ausstellungstitel „Mühsam ernährt sich das Eichhorn“ referenzieren die Künstler auf das prozesshafte Entstehen ihrer Werke, das oftmals in direkter Verbindung mit der physischen Anstrengung des Schöpfungsakts steht.

Zu den Künstlern

Maximilian Bernhard wurde 1990 in Kitzbühel geboren. Maximilian Bernhards Arbeiten sind an der Schnittstelle zwischen Grafischem und Skulpturalem zu verorten. Seine archaisch anmutenden Objekte mit eingeschriebenen Zeichen fremder Kulturen erzählen von einer Faszination an längst vergangenen Zeiten.

Er bedient sich u.a. der Werkstoffe Beton, Gips und Ton, presst die blockähnlichen Gebilde in Holzschnittplatten und verleiht der fragilen Komposition mittels eines untrennbar mit dem Werkstoff verbundenen Metallgerüsts – das selbst immanenter Teil des Werkes ist – Halt und Stabilität. Geschwindigkeit, Rhythmus, Zufall, Kalkül – diese Topoi spielen eine essenzielle Rolle in der bildhauerischen Arbeit von Maximilian Bernhard. Im prozessualen Tun lotet er Grenzen der gegenwärtigen Skulptur aus: Er übersetzt traditionelle Werkstoff und Methoden in die Gegenwart und schreibt ihnen neue Bedeutungen zu.

Lena Göbel wurde 1983 in Ried im Innkreis geboren. Lena Göbel bedient sich in ihren Werken einer alten, traditionellen Technik – der des Holzschnitts. Mittels einer Kombination aus Druck und Malerei hat die Anton Faistauer-Preisträgerin eine unverkennbar authentische und zugleich frische Bildsprache entwickelt. Die zu Beginn erdige Farbpalette hat sich über die Jahre sukzessiv erweitert und mäandert mittlerweile in die Darstellung explosiver Farbwelten.

Ihre Sujets haben sich zusehends geschärft und ein Mix aus Gegenständlichkeit und Abstraktion hat sich ausformuliert, wie die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten illustrieren. Das Mensch-Sein an sich, in all seinen Facetten und Beziehung zu anderen Lebewesen, das Verhältnis zur unberührten als auch vom Menschen geformten Natur bilden den künstlerischen Ausgangspunkt ihres Schaffens. Dabei changieren die Werke zwischen trashiger Alltagskultur und gelebter Tradition. Zudem darf das Quäntchen Ironie nicht fehlen, dass sie mittels der Darstellung von Mischwesen pointiert zum Ausdruck bringt. Motivisch übt die Darstellung von Katzen – wie auch das Titelbild zur Ausstellung aus der Serie „Panthera“ verdeutlicht – eine ungebrochene Faszination auf die Künstlerin aus.

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