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GMUNDEN. Akram Brody lebt seit 2015 in Gmunden. Der aus dem Irak stammende Schauspieler hat seine Erfahrungen auf der Flucht in ein pantomimisches Stück verpackt, das er nun im Stadttheater zeigt.

Akram Brody (Foto: Otto Kienesberger)
Akram Brody (Foto: Otto Kienesberger)

Das 35 Minuten lange Pantomime-Stück „Woher, Wohin?“ erzählt, „warum Leute geflüchtet sind, wie sie geflüchtet sind bis nach Europa und allgemein, was mit den Menschen passiert ist“, erklärt Akram Brody.

Der 37-Jährige wurde als Akram Al-Jazayiri Brody ist sein Künstlername im irakischen Basra geboren. Er erwarb ein Diplom für Schauspiel und war in Bagdad auch auf der Bühne tätig. Doch die Kunst kam im Irak immer mehr unter Druck, wie er erzählt: „Für die Regierung ist die Kunst gefährlich, es war nicht mehr möglich, sich frei zu äußern.“

Nach einer abenteuerlichen Flucht landete Brody in Gmunden, wo er sich rasch integrierte: Akram Brody ist Mitglied der Feuerwehr und der Pfadfinder und war auch schnell in der Kulturinitiative 08/16 aktiv. „Ich habe in Österreich von null angefangen, kannte die Sprache und die Kultur nicht. Ich bin immer unter die Österreicher gegangen, um alles zu lernen“, so Brody. Auch in seiner Wohnung, wo er mit seiner österreichischen Ehefrau lebt, erinnert nur wenig an den Irak, „außer dem Essen vielleicht“, so Brody.

Seinen Lebensunterhalt verdient der Gmundner unter anderem als Staplerfahrer, sein Herz schlägt aber für die Kunst: Über sein regelmäßiges Engagement für die Theatercompany „Body End Sole“ kam er mit der gebürtigen Obertraunerin Christa Hassfurther in Kontakt, die „Woher, Wohin?“ dramaturgisch umgesetzt hat.

Gemeinsam mit dem Stück „Euridike und Leyla“ ist es nach Aufführungen in Hallein und Salzburg nun im Rahmen des Abends „East meets West“ in Gmunden zu sehen. „Ich will zeigen, was eine Diktatur mit den Menschen macht, wie sie die persönliche Freiheit bedroht. Und dass der Ort, an dem man geboren ist, keine Entscheidung ist, sondern Zufall“, erklärt Brody die Botschaft seines Stücks.

Das nächste Werk ist übrigens bereits in Arbeit: Unter dem Titel „Der Italiener, der nicht Italienisch spricht“, geht es in komödiantischer Form um Brodys Erfahrungen beim Eintauchen in die österreichische Kultur: „Zum Beispiel, wie wichtig das Einräumen des Geschirrspülers ist“, schmunzelt Brody.


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