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GMUNDEN. Die Bürgerspitalkiche St. Jakob, die heuer ihr 1.000-jähriges Bestehen feiert, zeigt zwei Wochen lang Ikonenmalerei des 21. Jahrhunderts, die tief in der uralten Ikonenmalerei verwurzelt ist.

Der Baum des Lebens. (Foto: iconart.at)
Der Baum des Lebens. (Foto: iconart.at)

Der dem byzantinischen Christentum entstammende Malstil breitete sich vor rund tausend Jahren weitläufig über Europa aus.

Die ausgestellten Ikonen stammen vom Wiener Ehepaar Loukas und Irene Seroglou. Bei beiden fließt das kunsthistorische und kirchengeschichtliche Erbe ihres Herkunftslandes in den Malstil ein. Loukas Seroglou stammt so wie seine Frau aus Athen, ist gelernter Restaurator und studierte in Wien, wo er seinen eigenen Stil fand und „Phantastischen Mystizismus“ nannte. Irene Seroglou studierte zunächst Klavier und fand erst dann zur Malerei. Sie verziert Ikonen mit ornamentalen Motiven aus der byzantinischen und italienischen Buchmalerei.

„Abbilder Gottes, transzendente Porträts der christlichen sakralen Kunst. Zeitlose Botschaft der unveränderlichen ewigen geistigen Werte. Die Ikonenkunst ist das älteste künstlerische Vermächtnis des Christentums und ihre Wurzeln reichen bis zu den Mumienbilder -bekannt als Fayumporträts- der hellenistisch römischen Zeit in Ägypten. Aus der geheimnisvollen Totenwelt am Ufer des Nils wurden die Porträts von Fayum von den ersten Christen zu höchstem Ausdruck spiritueller Kunst erhoben. Nie zuvor wurde die Transzendenz Gottes so künstlerisch dargestellt. Für den einfachen Gläubigen ist die Ikone ein frommes Gebetsobjekt. Für den Mystiker ist die Ikone mehr als ein sakraler oder devotionaler Glaubensausdruck. Sie ist viel mehr „Brücke zum Jenseits“, „Tor zum Himmel“, „Fenster zur Ewigkeit“. Er wendet sich der Ikone nicht mit den Sinnen zu, sondern mit der Seele. Seine Gebete sprechen nicht seine Alltagssorgen aus, sondern sind die Sehnsucht seiner Seele nach der mystischen Vereinigung mit dem Geliebten. Die Ikone ist ein Meditationsobjekt, in die sich der Betrachter mit seiner ganzen Aufmerksamkeit vertieft, somit geht er in der Transzendenz auf. Diese mystische Beziehung wiederum verwandelt die Ikone, sie wird magisch, vergeistigt, lebendig, sie wird zum Transportmittel, zum Fahrzeug. Das ist die Alchemie der Liebe, welche das Blei der Materie in das Gold des Geistes verwandelt,“ so Loukas Seroglou.

Die Eröffnung der Ausstellung findet Mittwoch, 2. August, um 18 Uhr in der Bürgerspitalkirche St. Jakob statt. Anschließend kann hat die Ausstellung von Donnerstag, 3. August, bis Donnerstag, 17. August von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 20 Uhr geöffnet.

Mehr Informationen zu den beiden Künstlern gibt es unter www.iconart.at.


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