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Almtaler Drahtkunst auf der Biennale in Venedig

Barbara Gröstlinger, 18.05.2026 09:02

SCHARNSTEIN/VENEDIG. Für den Almtaler Drahtkünstler Markus Moser wurde ein außergewöhnliches Kunstprojekt zur internationalen Erfolgsgeschichte: Seine überdimensionale Bügeleisen-Skulptur aus Eisendraht ist derzeit auf der Biennale di Venezia 2026 im Palazzo Mora zu sehen.

Das Kunstwerk ist zwei Meter groß. (Foto: Markus Moser)
  1 / 2   Das Kunstwerk ist zwei Meter groß. (Foto: Markus Moser)

„Es war mehr ein Zufall“, sagt Moser über die Teilnahme an der international bekannten Kunstausstellung. Ausgangspunkt war eine Ausschreibung der Universität für angewandte Kunst Wien zum Thema „Mental Load“ und unsichtbare Arbeit. Inspiriert davon entwarf der Künstler ein mehr als zwei Meter großes Bügeleisen aus Draht.

Logistische Herausforderung

Nach der erfolgreichen Auswahl wurde die Arbeit zunächst in der Trinkhalle Bad Ischl gezeigt. Einige der ausgestellten Werke fanden anschließend ihren Weg zur Biennale nach Venedig – darunter auch Mosers Skulptur. Für den Künstler bedeutete das nicht nur eine große Auszeichnung, sondern auch eine besondere logistische Herausforderung: Statt eines Kunsttransports per Boot und Spezialkisten zog Moser sein Bügeleisen auf einem eigens konstruierten Rollwagen selbst durch die engen Gassen und über die Brücken Venedigs.

„Symbol für unbeachtete Arbeit“

Die zwei Meter große Skulptur besteht zum größten Teil aus Luft und Zwischenräumen. Genau darin liegt die Aussage des Kunstwerks: Das tatsächliche Gewicht der alltäglichen Arbeit bleibt oft unsichtbar. „Es ist ein Symbol für unbeachtete Arbeit. Genau so ein Bügeleisen benutzte meine Mutter, während sich der Rest der Familie ausruhte“, erklärt Moser. Auch sprachlich spielt die Arbeit mit Bedeutungsebenen – das englische Wort „Iron“ steht sowohl für das Bügeleisen als auch für Härte und Belastung.

Zweite Version angefertigt

Was kaum jemand bemerkte: Da die Ausstellung in Bad Ischl und die Biennale-Eröffnung zeitgleich stattfanden, fertigte Markus Moser kurzerhand eine zweite Version der Skulptur an. Die zusätzliche Arbeit nahm der Künstler für die Teilnahme an der Biennale gerne in Kauf.

Bis Ende November in Venedig

Die Drahtskulptur ist noch bis Sonntag, 22. November, in Venedig zu sehen. Wer die zweite Version erleben möchte, kann das Atelier des Künstlers in Scharnstein besuchen. Weitere Informationen unter wireart.at.


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