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GMUNDEN. Alpine Vereine, Bergretter, Bundesforste und Naturschutzbehörden reagieren auf den zunehmenden Wildwuchs an Kletterrouten am Traunstein und schlossen ein Übereinkommen. Das Brutgebiet seltener Vögel ist dabei tabu.

Das Klettern wird auch im Traunsteingebiet immer populärer. Zum Schutz bedrohter Vogelarten wird das Klettern reglementiert. Foto: Stadtgemeinde

Der „Wächter des Salzkammergutes“ kann nicht nur über markierte Anstiegswege erklommen, sondern auch über leichte, mittelschwere und schwierigste Routen erklettert werden. Die Routenführungen breiten sich via Internet und „sozialen Medien“ relativ schnell aus. Ein Übereinkommen und entsprechende Kommunikation in der Kletterszene soll dem Einhalt gebieten.

Fünf von 267 Routen werden demontiert

Insgesamt existieren auf dem Gmundner Hausberg 267 bekannte Routen. Nur fünf von ihnen – eine auf den Katzenstein, die Auslöserin des Reglements, zwei auf den Schifferstein/Sulzkogel und zwei durch die Brandkogel-Westwand – müssen jetzt wieder demontiert werden. Die Errichter, die den Behörden bekannt sind, werden das auf eigene Kosten tun.

Das Übereinkommen sieht vor, dass in bestimmten Bereichen des Traunsteins (Katzenstein und Brandkogel) künftig das Klettern unterlassen werden soll und es dort auch keine Neuerschließung mit Kletterrouten mehr geben wird. „In letzter Zeit hat das Erschließen neuer Kletterrouten beängstigende Formen angenommen“, so Revierleiter Stefan Mößler. So dringen immer mehr Kletterer auch in sensible Brutgebiete von seltenen Vogelarten wie Wanderfalken, Uhu oder Zippammer ein. Nach mehreren Gesprächsrunden schlossen Vertreter von Alpenverein, Naturfreunde, Naturschutz und Bundesforsten nun ein Übereinkommen, das den Interessen von ökologisch wertvollem Naturraum und dem Bedarf an Klettergebieten Rechnung trägt.

So wurden die sensibelsten Brutgebiete (Katzenstein und Brandkogel) aus der Benützung für Kletterer herausgenommen, andere Bereiche im Gegenzug legalisiert. Zudem ist der Naturfreundesteig als südliche Grenze des Klettergebietes festgelegt. Übersichtstafeln an drei Standorten (vermutlich Umkehrplatz Traunsteinstraße, Naturfreudesteig-Aufstieg und „Adlerhorst“), auf den Homepages der alpinen Vereine, der Gemeinde und des Tourismus werden zusätzlich Aufklärung über die Gebiete geben.

Infos für die Kletter-Szene

„Grundsätzlich können die bestehenden Kletterrouten im Naturschutzgebiet Traunstein weiterhin genutzt werden“, so Vizebürgermeister Wolfgang Schlair. Generell wird die Errichtung neuer Routen möglich bleiben, allerdings muss, wenn Haken und andere Kletterhilfsmittel im Fels verbleiben, bei den Bundesforsten und bei der Naturschutzbehörde um eine Genehmigung angesucht werden.

In Kletter-Foren im Web oder in Kletterhallen soll die neue Gegebenheit und künftige Vorgehensweise in der Szene der Kletterer verbreitet werden.


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