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GMUNDEN. „Ich bin immer schon gerne gereist“, erzählt Sarah Hauser. Über den Europäischen Freiwilligendienst EFD sammelte die junge Gmundnerin dabei Erfahrungen, die nicht jeder macht: Sie unterstützte einen Heißluftballon-Weltcup in Lettland und setzte sich in Spanien für Recycling ein.

  1 / 2   Sarah Hauser (2. v. l.) bei einem Ausflug mit den lettischen Kollegen: Neben der Arbeit für die Projekte steht beim Europäischen Freiwilligendienst der Spaß und die Begegnung mit anderen Kulturen und Menschen im Mittelpunkt.

Vor drei Jahren war es für Sarah Hauser das erste Mal soweit: Nach achtjähriger Tätigkeit als Floristin wollte sie „etwas Neues kennenlernen“. Dabei stieß sie auf den Europäischen Freiwilligendienst. Nach mehreren Bewerbungen fiel die Wahl auf ein Projekt in Lettland, für das kurzfristig Teilnehmer gesucht wurden: Sechs Wochen bewarb Hauser gemeinsam mit neun anderen Jugendlichen aus den verschiedensten Ländern einen dort stattfindenden Heißluftballon-Weltcup: „Vom Logo über die Flyer bis hin zu bedruckten T-Shirts haben wir alles selbst entworfen und gemacht“, erzählt die Gmundnerin. Mindestens genauso wichtig war jedoch der Kontakt mit den anderen und der kulturelle Austausch: Die Teilnehmer stellten einander gegenseitig ihre Heimatländer vor und kochten miteinander typische Gerichte. Eine Mentorin und Sprachlehrerin unterstützte die Teilnehmer bei ihren ersten Schritten in die lettische Sprache. Mehrere freie Tage nutzte Sarah Hauser, um gemeinsam mit zwei weiteren Teilnehmern per Mietwagen das Land zu erkunden. Und schließlich stand auch das Highlight der Reise auf dem Programm: eine Fahrt mit einem Heißluftballon – und die anschließende Taufe nach Ballonfahrer-Tradition.

Ein Jahr später zog es Hauser wieder in die „Ferne“. Diesmal ging es für drei Monate nach Zentralspanien, wo die Gmundnerin in einer Schule unterrichtete und sich auch in vielen anderen Bereichen einbrachte – vom Autoreifen-Bemalen mit Kindern über Müllsammeln an einem Fluss. Besonders im Gedächtnis blieb ihr dabei die Offenheit und Großzügigkeit der Bewohner: „Sie haben uns immer wieder zu ihren Festen und Kochabenden eingeladen, obwohl es eine eher arme Region ist.“

Besondere Erfahrung

Die Bilanz, die Sarah Hauser aus ihren EFD-Aufenthalten zieht, ist rundum positiv: „Es ist eine super Erfahrung, man lernt sich selbst viel besser kennen.“ Und auch der Freundeskreis hat sich erweitert: „Zu vielen der anderen Teilnehmer habe ich heute noch Kontakt.“ Jungen Menschen, die sich für den Europäischen Freiwilligendienst interessieren, rät die Gmundnerin, sich frühzeitig zu informieren: „Vor allem für längere Auslandsaufenthalte muss man mit einem Jahr Vorlaufzeit rechnen.“ Es werden aber immer wieder auch kurzfristig Projekt-Teilnehmer gesucht – nachschauen und bewerben lohnt sich auf jeden Fall.

Europäischer Freiwilligendienst

  • Seit 20 Jahren kann man sich mit dem Europäischen Freiwilligendienst in Europa in gemeinnützigen Organisationen engagieren:
  • Möglich für alle Jugendlichen zwischen 17 bis 30 Jahren, egal welche Ausbildung man mitbringt.
  • Dauer: zwei bis zwölf Monate
  • Es gibt: freie Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld, Familienbeihilfe, Sprachkurs, Versicherung, Seminare und einen Reisekostenbeitrag
  • Ein EFD ab zehn Monaten wird auch als Zivildienst anerkannt.
  • Infos zu Bewerbung und Ablauf: www.jugendinaktion.at

LH-Stv. Thomas Stelzer: „Jugendliche lernen sich und eine andere Kultur durch den Europäischen Freiwilligendienst auf eine neue Art kennen und leisten zusätzlich wichtige Arbeit für die Gemeinschaft.“


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