Projekt gegen sexuellen Missbrauch an Kindern: "Mein Körper gehört mir"
GMUNDEN. Sexueller Missbrauch ist noch immer ein Tabuthema. Im Rahmen des interaktiven Theaters „Mein Körper gehört mir“ lernen Kinder von zwei Gmundner Volksschulen, dass sie allein über ihren Körper bestimmen dürfen – und wo sie sich im Ernstfall Hilfe holen können. Das Projekt wird von den Lions unterstützt.

Gemeinsam mit der Psychotherapeutin Annemarie Lammer, die viel Erfahrung im Umgang mit jungen Missbrauchsopfern hat, präsentierten die Schauspieler Regina Zikmund und Johannes Minichmair das Programm vorab den Eltern der Kinder. Einerseits, um vorhandene Ängste abzubauen, andererseits auch, um die Eltern selbst für das Thema zu sensibilisieren. Anschaulich zeigten sie anhand von Szenen im Schulbus oder einem Chat im Internet, dass Kinder, die auf ihr „Nein-Gefühl“ vertrauen dürfen, sich besser wehren können. Die Kinder erfahren, dass es „schlechte“ und „gute“ Geheimnisse gibt und erhalten konkrete Tipps – etwa, sich erwachsenen Bezugspersonen anzuvertrauen oder auch den Kindernotruf von Rat auf Draht (Tel.: 147, rund um die Uhr erreichbar) zu kontaktieren.
Sich Unterstützung holen
Für Eltern und Lehrer gab Annemarie Lammer beim Elternabend auch Hinweise, wie sie selbst reagieren können, wenn sich ein Kind an sie wendet oder sie Missbrauch vermuten: „Holen Sie sich Hilfe, etwa bei den Fachleuten in den Kinderschutzzentren oder bei der Kinder- und Jugendhilfe. Wichtig ist, dass Sie nicht überhastet agieren: Sonst kann es passieren, dass das Kind unter Druck gesetzt wird oder vielleicht sogar die Familie umzieht, um der Thematik zu entgehen – und dann steht das Kind wieder ohne Unterstützung da!“
Hilfe und Beratung gibt es hier:
Kinderschutzzentrum Känguru
Bad Ischl, Kreuzplatz 7
061323/28290
Kinder- und Jugendhilfe
Bezirkshauptmannschaft Gmunden
07612/792-63551


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