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ALTMÜNSTER. Mit einem speziellen Zeit-Konzept beschreitet das BRG Schloss Traunsee neue pädagogische Wege. Längere Einheiten und kürzere, von den Schülern frei wählbare Zusatzangebote (“Flex-Zeiten“) sollen die Schulqualität weiter steigern.

Direktorin Walpurga Moser verspricht sich von der Flexibilisierung der Unterrichtszeit weniger Stress und mehr Lust auf die Schule.

Ab Schulbeginn 2018/19 wird es im BRG Schloss Traunsee den 50-Minuten-Unterricht nicht mehr geben. Er wird abgelöst von einem Mix aus längeren Einheiten und sogenannten „Flex-Zeiten“. „In diesen bieten die Lehrer Kurse passend zu den jeweiligen Unterrichtsgegenständen an. Die Schüler können dann innerhalb dieser flexibel wählbaren Einheiten den Lehrstoff vertiefen oder – speziell vor Schularbeiten – üben. Dabei müssen sie die Kurse nach eigenem Ermessen auswählen“, so Direktorin Walpurga Moser.

Verantwortungsbewusstsein wird massiv gestärkt

Dabei ist das Verantwortungsbewusstsein und die Eigenverantwortung der Schüler besonders gefragt. Denn bereits ab der 1. Klasse werden künftig Schloss- Traunsee-Gymnasiasten selbstbestimmt ihre Kurse auswählen. Sie müssen jede Woche eine bestimmte Anzahl von „Flex-Zeiten“ buchen und diese in einem eigenen „Flex-Buch“ dokumentieren. Die Kurse werden ab Freitagmittag auf der Homepage der Schule für die Schüler sichtbar sein und sind bis einen Tag vor Kursbeginn buchbar. „Wir wollen aus unseren Schülern keine Versuchskaninchen machen. Wir versprechen uns aber doch einige Vorteile und erhoffen Fortschritte. Ziel ist, dass die Schüler wieder gerne in die Schule gehen, weniger Stress empfinden und so weniger Beratungsstunden wegen ,Ausbrennens“ nötig sind“, sagt Moser.

Positive Reaktionen von Eltern, Schülern und Lehrern

Zudem wolle man die Schüler zu mündigen, verantwortungsbewussten Bürgern erziehen. „An den Universitäten nehmen manche Studienanfänger ihre Mütter zur Inskription mit. So weit soll es bei unseren Absolventen nicht kommen“, meint Moser. Eine derartige Umstellung erfordert natürlich die Zustimmung aller Betroffenen. Die Eltern wurden in einen Brief zu Weihnachten von den Plänen informiert.

Erste Reaktionen sind laut Moser überwiegend begeisternd, auch die Lehrerkollegen haben mit 75 Prozent für den neuen Kurs gestimmt. Bei manchen Kollegen gebe es Skepsis, ob die Schüler die Reife haben, die „Flexkurse“ wirklich nach ihren Bedürfnissen oder nach Bequemlichkeit wählen. Moser ist aber von der Vorteilen des neuen Systems überzeugt: „Wenn ich keine schulische Vision mehr hätte, könnte ich gleich in Pension gehen.“ Für sie sei aber auch klar, dass das Niveau nicht sinken und die Schularbeiten-Ergebnisse nicht schlechter werden dürften.

Der Prozess wird wissenschaftlich von der Pädagogischen Hochschule begleitet und evaluiert. „Wenn“s nicht klappt, werden wir wieder zum alten System zurückkehren. Aber wenn man nichts probiert, hat man schon verloren“, will Moser nichts in Stein gemeißelt sehen. Auf den Administrator der Stundenpläne kommen jedenfalls spannende Zeiten zu. „Wir haben uns natürlich bei der einzigen Schule, die in Oberösterreich dieses Zeitsystem schon umgesetzt hat, vor Ort informiert. Der Kollege ist sich sicher, das hinzubekommen.“ Eine Herausforderung bei rund 60 Lehrern und 529 Schülern.

Tag der offenen Tür am 12. Jänner

Konkrete Details können Interessierte beim Tag der offenen Tür am Freitag, 12. Jänner, von 10.30 bis 15 Uhr erfragen.

Folgende Vorteile sieht Direktorin Walpurga Moser im neuen, flexibilisierten Unterrichtssystem:

- Stärkere Selbständigkeit und Eigenverantwortung

- Weniger Stress für Schüler, weil sie nur mehr drei statt sechs verschiedene Unterrichtsgegenstände an einem Vormittag haben

- Schüler können mehr ihren Interessen nachgehen, aber auch ihre Begabungen vertiefen

- Schüler können im Rahmen der „Flex-Zeiten“ auch andere Lehrer und Lernmethoden kennenlernen

- Auf Stärken und Schwächen kann besser eingegangen werden


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