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GMUNDEN. Vertrauen, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen: Diese Eigenschaften sind für Traute Karner zentral. Die tatkräftige Gmundnerin macht immer wieder mit engagierten Projekten von sich reden.

Traute Karner
Traute Karner

Offenheit für neue Ideen ist für Traute Karner wichtig: Jahrzehntelang in Gmunden als Zahnärztin tätig, machte sie in der Pension eine Ausbildung zur „Positiven Familien- und Konfliktberatung“ und beschäftigt sich intensiv mit Astrologie.

Dieselbe Offenheit brachte sie auch vor rund 20 Jahren zum – damals noch jungen – Verein „Frauen in Bewegung“ (FiB), wo sie schnell zur Kassierin und schließlich zur langjährigen Obfrau wurde. „Wir haben damals nur ganz wenig Unterstützung bekommen. Aber das hat uns natürlich auch mehr gefordert. Es ist ein bisschen so, wie wenn man Kinder erzieht: Wenn man ihnen alles abnimmt und ihnen zu viel hilft, ist das auch nicht gut.“ 

Potenziale entfalten

Schon damals war ihr wichtig, anderen die Möglichkeit zu geben, ihr Potenzial zu entfalten: So ermutigte Karner eine Sennerin, die sie bei einer Wanderung kennen lernte, ihre Bilder bei den Frauen in Bewegung auszustellen – die Bilder kamen auch bei anderen gut an und ermöglichten der Frau, sich finanziell auf bessere Beine zu stellen.

Andere Frauen waren zu Beginn „ganz verhuscht und schüchtern“ und wuchsen über sich selbst hinaus, „wenn sie das tun konnten, wofür sie brennen und was ihnen entspricht.“

„Nicht zu schnell aufgeben“

Dieses Prinzip lebt Traute Karner auch selbst: „Thomas Edison hat angeblich 2000 Versuche gebraucht, bis die Glühbirne entwickelt war. Man darf nicht so schnell aufgeben“, ist sie überzeugt. Als 2016 die Flüchtlinge aus Syrien kamen, wurde sie neugierig, erzählt Traute Karner: „Ich habe zwei Schachteln gepackt und bin in ein Flüchtlingslager gefahren. Dort war ich zuerst enttäuscht, weil die Leute gar nicht so begeistert waren. Dann hat ein Bekannter gesagt: Zeig ihnen doch das FiB! Das habe ich gemacht, und in dem Moment, wo wir gemeinsam ins Tun gekommen sind, da hat es geklappt.“

„Man hat nicht immer recht“

Trotz mancher Hindernisse organisierte Karner gemeinsame Kochabende und schließlich einen Nähkurs für Flüchtlingsfrauen. „Man kommt nur ins Gespräch, wenn man auf Augenhöhe ist, wenn man Respekt vor dem anderen hat und das Positive sieht“, ist sie überzeugt. Dabei gehe es nicht darum, Problemen auszuweichen, denn „Konflikte gehen durch Vermeiden nicht weg!“ Wichtig sei jedoch, dem anderen offen zuzuhören. „Man hat nicht immer recht – da ist die Meinung von anderen oft sehr hilfreich.“ 

Integrationsprojekt „Vom Ich zum Du zum Wir“

Auch bei Traute Karners aktuellem Projekt „Vom Ich zum Du zum Wir“ stehen Gespräche, der offene Kontakt mit anderen und die Entfaltung individueller Potenziale im Vordergrund. Denn bei der Integration gelte wie bei vielem anderen: „Das Gras wird nicht länger, wenn man daran zupft – aber wenn man es düngt!“


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