"Schwimmender" Abwasserkanal wurde im Traunsee versenkt
ALTMÜNSTER/TRAUNKIRCHEN. Die 47 Jahre alte Abwasserleitung von Traunkirchen und Altmünster war am Ende ihrer Lebensdauer angekommen. Die neue Leitung, bereits einige Monate auf dem Traunsee schwimmend zu sehen, wurde nun gefüllt und abgesenkt.

Für die neue Leitung wurde äußerst widerstandsfähiges und rissbeständiges Material gewählt – man rechnet mit einer Betriebsdauer von bis zu 100 Jahren. Das 2,2 Millionen Euro teure Bauvorhaben wurde zu jeweils zwölf Prozent von Land und Bund finanziert. Die verbleibenden 1,7 Millionen Euro teilen sich die Gemeinden Altmünster und Traunkirchen im Verhältnis von 70 zu 30 auf.
Mit dem Bau des neuen Kanals, der aus zwei parallel verlegten Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 355 Millimetern besteht, wurde 2015 begonnen. Mit der Installation rund um die Toscana-Halbinsel ist das Projekt nun abgeschlossen. Während die alte Abwasserleitung in diesem Bereich an Land geführt war, wurde die neue, rund 2,4 Kilometer lange Seedruckleitung so geplant, dass sie mittels Betongewichten auf dem Seegrund platziert werden konnte. Die Schutzmantelrohre wurden vor Ort am Ufer stumpfgeschweißt und zunächst an der Wasseroberfläche des Traunsees „zwischengeparkt“. Anfang April wurden die Leitungen dann in die vorgesehene Trasse „eingeschwommen“ und mit Betonelementen, die alle drei Meter wie eine Klammer rund um die Leitung gelegt sind, beschwert.
Nach dem Befüllen der Leitungen mit Seewasser wurden die neuen Abwasserkanäle nun vor den Augen der geladenen Gäste in einer S-förmigen Kurve vorsichtig bis in zwanzig Meter Tiefe auf den Seegrund abgesenkt. Wasser-Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) betonte dabei: „Wir sind stolz auf die Trinkwasserqualität unserer Seen – und die soll auch bleiben.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden