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Junge Gmundner Rösterin setzt auf guten Kaffee und „Hilfe zur Selbsthilfe“

Daniela Toth, 26.08.2019 08:17

GMUNDEN. Marlene Drack, mit 21 Jahren die wahrscheinlich jüngste Kaffeerösterin Österreichs, will mit ihren Produkten auch die Kaffeebauern unterstützen.

Gmunden. Marlene Drack, mit 21 Jahren die wahrscheinlich jüngste Kaffeerösterin Österreichs, will mit ihren Produkten auch die Kaffeebauern unterstützen. Foto: Drack

Eigentlich wollte Marlene Drack nach der Matura ein Jahr im Ausland verbringen, doch eine Verletzung machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Kurz entschlossen half sie ihrem Großvater Manfred in der familieneigenen Rösterei aus – und begeisterte sich für das Produkt.

Viel Arbeit - wenig Geld für die Kaffeebauern

Bei einer Reise ins „Kaffeeland“ Guatemala lernte sie im Bergdorf Lampocoy den Produktionsprozess hautnah kennen: „Die Arbeiter pflücken eine halbe Stunde lang acht Kilo Kaffeekirschen, um genug für ein Kilo Kaffee zu ernten“, erinnert sich Marlene Drack. Da viele der Pflücker nur wenig Schulbildung haben, stehen Betrug und schlechte Bezahlung an der Tagesordnung. Und auch den kleinen Kaffeebauern bleibt nicht viel: „Kaffee wird an der Börse gehandelt – viel Geld bleibt bei den Zwischenhändlern“, erklärt Drack.

Nachhaltige Entwicklung

Die junge Frau entschloss sich daher, einen Teil ihres Kaffees direkt von einem vor sieben Jahren in Lampocoy gegründeten Gemeinschaftsprojekt zu beziehen. Der von einer rund 60-köpfigen Frauengruppe geerntete „Café de Mujeres“ (= „Frauenkaffee“) ist mittlerweile im familieneigenen Reformhaus erhältlich. „Es ist kein Biokaffee, weil er kein Zertifikat hat. Aber die Leute dort arbeiten schon allein aus Kostengründen ohne Spritzmittel.“ Mit Unterstützung von Drack wurde auch die Schule von Lampocoy um einen Computerraum erweitert – im Herbst wird der Bau eröffnet.

„Den Menschen näherbringen, wie viel Arbeit hinter dem Kaffee steckt“

Doch die junge Rösterin hat noch weitere Pläne: „Ich möchte langfristig einen direkten Handel zu den Kaffeebauern aufbauen – und außerdem den Menschen in Europa näherbringen, wie viel Arbeit hinter dem Kaffee steckt und dass diese gerecht bezahlt werden muss.“


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