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„Man muss dort löschen, wo der Brand ist – bei uns brennt es nicht“

Daniela Toth, 08.10.2019 07:44

BEZIRK GMUNDEN. Für Aufregung in Teilen der Jägerschaft sorgte eine Aussage von Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner, wonach der Wildbestand teils massiv abgesenkt werden müsse. Der Bezirk Gmunden ist davon aber kaum betroffen, beruhigt Bezirksjägermeister Johann Enichlmair.

Die Abschusszahlen im Bezirk sollen weitgehend gleich bleiben. Foto: Weihbold
Die Abschusszahlen im Bezirk sollen weitgehend gleich bleiben. Foto: Weihbold

Ausgangspunkt der Diskussion war ein bei der jüngsten Arbeitstagung der Landwirtschaftskammer getätigter Befund von Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger: Vor allem der Borkenkäfer, aber auch Schneedruck und Windwurf haben in den vergangenen Jahren oberösterreichweit tausende Hektar Land zu Problemzonen gemacht. Es brauche eine gute Abstimmung mit der Bejagung, um die nachwachsenden Jungpflanzen nicht durch Wildverbiss zu schädigen.

Daraufhin wurde Herbert Sieghartsleitner in einem OÖN-Bericht mit der Aussage zitiert: „Wir müssen den Wildbestand absenken. Wie groß diese Absenkung sein wird, wird regional stark verschieden sein. 30 Prozent können an einem Ort bereits zu viel, an einem anderen aber viel zu wenig sein.“

„Borkenkäferproblem im Bezirk nicht so stark“

Dies alarmierte wiederum einen Teil der 1.650 Jäger im Bezirk Gmunden. Viele griffen zum Telefon und fragten bei Bezirksjägermeister Johann Enichlmair nach. Der Laakirchner konnte beruhigen: Derartig hohe Zahlen gelten nur für die vom Borkenkäfer stark betroffenen Gebiete wie etwa im Mühl-, Hausruck- oder Innviertel: „Bei uns im Bezirk ist das Borkenkäferproblem bei weitem nicht so stark und es gibt auch nicht so große Freiflächen. Wir haben rund 900 bis 1.200 Millimeter Niederschlag im Jahr, in den betroffenen Gebieten sind es teilweise nur 500 Millimeter. Das schwächt die Bäume natürlich“, so Enichlmair, der als ausgebildeter Forstwirt beide Seiten kennt.

Abschussquote wird immer an Waldzustand angepasst

Großflächige Maßnahmen seien im Bezirk nicht notwendig, „dort, wo es in kleineren Bereichen zu Problemen kommt, werden die Jäger ohnehin von sich aus aktiv.“ Im Zuge von jährlichen Begehungen legen Waldeigentümer, Jäger und Vertreter der Bezirksforstinspektion gemeinsam die Abschussquote fest – immer auch angepasst an den Zustand des Waldes, wie Enichlmair betont. „Man muss dort löschen, wo der Brand ist und nicht das Haus unter Wasser setzen. Bei uns im Bezirk brennt es nicht“, so Enichl­mair abschließend.


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