„Unsere Arbeit hat sich durch die aktuelle Situation massiv verändert“
BEZIRK GMUNDEN. Die Feuerwehren des Bezirks leisten derzeit neben technischen Einsätzen und Bränden auch Assistenzdienste bei der Covid-Bekämpfung. Die Corona-Krise wird die Wehren aber auch längerfristig fordern, erklärt Bezirksfeuerwehrkommandant Stefan Schiendorfer.

Im Covid-Einsatz sind die freiwilligen Helfer unter anderem bei den „Drive-In-Tests“, wie sie derzeit noch bei der Rotkreuz-Bezirksstelle in Gmunden durchgeführt werden. Während die Sanitäter die konkrete Testung auf das Corona-Virus vornehmen, kümmern sich die Mitglieder der Feuerwehr um die geordnete Zu- und Abfahrt der Probanden. Auch beim Transport von Schutzausrüstungen und Desinfektionsmitteln waren die „Feuerwehrler“ des Bezirks unterwegs.
Insgesamt wurden für Stabsarbeit, Lotsendienste bei Drive-In Tests in Gmunden und Bad Ischl sowie Logistikeinsätze rund 550 Stunden aufgewendet und 2.000 Kilometer zurückgelegt, so Bezirkskommandant Stefan Schiendorfer. Diese Einsätze wurden von 26 Feuerwehren des Bezirks übernommen. Auch derzeit sei täglich mindestens eine Feuerwehr im Einsatz.
Entfallende Übungen und Vorsicht im Einsatz
Doch auch bei den „regulären“ Einsätzen hat sich im Vergleich zu „Vor-Corona-Zeiten“ einiges verändert, wie Bezirksfeuerwehrkommandant Schiendorfer erzählt: „Auch, wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass ein Unfallbeteiligter an dem Virus erkrankt ist, so müssen wir natürlich trotzdem darauf achten, speziell ältere Kameraden hier keiner Gefahr auszusetzen – diese Einschränkungen sind dann wiederum für diese oft schwer zu akzeptieren.“ Die Kommandanten hätten hier eine wichtige Aufgabe, die sie auch hervorragend erfüllen, so Schiendorfer.
Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen gelten auch in den Feuerwehr-Häusern, wo sich die Mitglieder ansonsten oft treffen – dies ist jetzt nicht mehr möglich. Und auch die regelmäßig durchgeführten Übungen entfallen: „Das ist auf längere Frist gesehen eine große Herausforderung. Mit Video-Konferenzen lässt sich das nicht wirklich ersetzen.“
Ersatzbeschaffungen in Gefahr
Längerfristig macht sich Schiendorfer aber auch Sorgen um die finanziellen Auswirkungen der Krise und die Ausstattung der Wehren: „Es ist natürlich auch die Frage, wie das die Gemeinden stemmen. In den nächsten Jahren sind bei vielen Feuerwehren Ersatzbeschaffungen notwendig und teils auch schon geplant. In der derzeitigen Situation muss man sich dann aber natürlich fragen: Wo soll das Geld herkommen? Denn selbstverständlich gibt es auch vieles andere, dass in dieser Situation wichtig ist.“ Und Feuerwehrfeste oder andere Aktionen zur Geldbeschaffung seien heuer ebenfalls nicht möglich.


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