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EBENSEE. Seit Ende November stellt das Frauenforum Salzkammergut Gipsabdrücke von Vulven aus. Ein Teil davon ist in einem Schaufenster in Ebensee öffentlich zu sehen. Das hat in den letzten Wochen für heftige Diskussion gesorgt.

Schaufenster-Ausstellung Foto: FFS
  1 / 2   Schaufenster-Ausstellung Foto: FFS

Im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen hat das Frauenforum Salzkammergut Ende November eine Ausstellung der Künstlerin Gloria Dimmel eröffnet, in der es um die Enttabuisierung des weiblichen Geschlechtsteils geht. Die steigenden Zahlen von Genitaloperationen wie Labien-Korrekturen deuten darauf hin, dass viele Frauen von einem einseitigen Bild unter Anpassungsdruck geraten. Die Ausstellung möchte diesbezüglich entlasten: Mehr als 200 Gipsabdrücke von Vulven können hier nebeneinander und in ihrer Vielfalt betrachtet werden.

„Durch die Pandemie-Maßnahmen war der Besuch der Ausstellung bis jetzt kaum möglich und wir mussten uns überlegen, wie wir Menschen damit erreichen können“, sagt Geschäftsführerin Birgit Hofstätter. So kam es, dass 36 Ausstellungsstücke in einem Schaufenster an der Ecke Langbathstraße und Hauptstraße in Ebensee öffentlich angeschaut werden können.

„Im Dezember bekamen wir vereinzelt kritische Rückmeldungen zu hören, im Jänner durften wir den Protest dann auf dem Schaufenster lesen“, fasst Hofstätter die Entwicklung zusammen. Als eines Tages mehrfach das Wort „Dummheit“ auf der Schaufensterscheibe stand, reagierte das Frauenforum mit einer Einladung, sich an der Diskussion zu beteiligen und stellte eigens dafür Stifte bereit. Die Einladung wurde angenommen, das Fenster mit der Zeit bunt kommentiert. Vorläufiger Höhepunkt war die Intervention der Künstlerinnen Heidi Zednik und Michaela Schausberger, nachdem versucht wurde, den Blick auf die Vulven mit einem goldenen Lack-Feld zu verhindern. Derzeit ziert ihr Schriftzug „wunderschöne Frau Vulva“ die Auslage.

Die Gemüter scheinen sich vorerst wieder beruhigt zu haben. Auch wenn Kritiker die Ausstellung unnötig und polarisierend bezeichnen, sieht das Frauenforum den Tabubruch dringend notwendig: Obwohl Sexualität in der Gesellschaft sehr präsent ist, beispielsweise in der Werbung als Kaufanreiz verwendet wird, werde über Intimität selbst kaum gesprochen, sagt Hofstätter.

Unsicherheit und Frust in Bezug auf Intimität können auch als Ursache für Gewalt wirken. Initiativen zur Gewaltprävention sieht die Frauenanlaufstelle in Ebensee als ihre Aufgabe und mit dem Aufbau eines sexualpädagogischen Schwerpunkts wird wohl weiterhin mit Aktionen dieser Art zu rechnen sein. Die Ausstellung kann noch bis 8. März während der Öffnungszeiten (Montag bis Donnerstag, 9-12 Uhr) und nach telefonischer Vereinbarung besucht werden.


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