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ALTMÜNSTER. Berufswahl, erste eigene Wohnung: Junge Menschen im Jugendhaus des Kinderdorfs müssen manche Entscheidungen rascher treffen als andere, wie der 16-jährige Peter im Tips-Gespräch erzählt.

Peter ist vielseitig interessiert, neben der Gitarre greift er auch oft zum Zeichenblock. (Foto: Tóth)

Peter ist angehender Chemie­labortechniker. Derzeit absolviert er, nach einem kurzen Versuch als Konstrukteur, das erste Lehrjahr bei Rohrdorfer in Pinsdorf: „Das ist eine Ausbildung, die mich interessiert. Später habe ich mit Weiterbildungen noch alle Möglichkeiten.“ Der ehrgeizige 16-Jährige möchte daher nächstes Jahr auf die „Lehre mit Matura“ umsteigen. Begleitung erhält er, so wie auch die elf anderen Bewohner des Jugendhauses, vom pädagogischen Leiter Christian Lenzeder.

Selbstständig mit 18 Jahren

Im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt er die jungen Menschen auch auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Diesen sollen sie mit etwa 18 Jahren antreten. „Wir haben ein Schrittmodell: Im letzten Schuljahr, mit etwa 14 Jahren, übersiedeln die Jugendlichen ins Jugendhaus. Zuerst werden sie in einer WG intensiver betreut, dann geht es ins betreute ‚Innenwohnen‘, wo sie sich schon selbst versorgen und auch finanziell planen müssen“, erklärt Lenzeder.

Peter ist gerade auf dem Sprung ins „Innenwohnen“. Auf das „selber Kochen“ freut er sich nicht so sehr. „Bei Rohrdorfer gibt es auch eine Kantine“, ermutigt Christian Lenzeder. Später erproben die Jugendlichen die Selbstständigkeit beim dreimonatigen „Probewohnen“ in einer Wohnung außerhalb des Jugendhauses – ehe sie mit etwa 18 Jahren ganz in die Selbstständigkeit gehen.

„Man macht nichts umsonst“

„Wir sind natürlich auch danach Anlaufstelle für die Jugendlichen“, so Lenzeder. Insgesamt müsse man aber „einfach schneller sein als in anderen Familien, wo es vielleicht das ‚Hotel Mama‘ gibt“. Peter fühlt sich darauf gut vorbereitet: „Die Gespräche mit den Leuten im Haus haben mir viel geholfen, aber die Entscheidungen muss man selber treffen.“ Und mit Blick auf seine – wie er meint – „holprige Berufswahl“: „Man macht nichts umsonst.“


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