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ALTMÜNSTER. Gerade bei Bauarbeiten werden oft Spuren in die Vergangenheit aufgedeckt. So auch vor einigen Wochen bei Grabungsarbeiten in der Lindenstraße. 

Bürgermeisterin Elisabeth Feichtinger bedankt sich bei den Fachexperten für die großartige Arbeit in Altmünster Foto: Marktgemeinde Altmünster

Die Experten stellten die Ergebnisse der Untersuchungen im Pfarrsaal der Marktgemeinde Altmünster vor. Es wird vermutet, dass in Altmünster ein größerer Landsitz der Wohlhabenderen aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert nach Christus gefunden wurde. Die Weiterverfolgung des Projektes in Zusammenarbeit mit der OÖ Landes-Kultur GmbH, dem Bundesdenkmalamt und einer Universität wird angestrebt.

Was tun, wenn man einen archäologischen Schatz findet

Mag. Heinz Gruber vom Bundesdenkmalamt erklärte den Interessierten u.a. den Ablauf von der Fundmeldung zur Ausgrabung und alle wichtigen denkmalpflegerischen Aufgaben. In Oberösterreich stehen rund 200 archäologische Denkmale unter Schutz. Alle Fundstellen werden in eine sogenannte Fundstellendatenbank eingetragen und in der Raumordnung bei der Erstellung von Flächenwidmungsplänen berücksichtigt. In Oberösterreich finden im Durchschnitt 50 etwa archäologische Maßnahmen pro Jahr statt.

Grundsätzlich ist jeder verpflichtet, einen archäologischen Fund zu melden. Seitens des Bundesdenkmalamtes wird dann entschieden, ob eine Ausgrabung durchzuführen ist. Die Funde gehören dabei jeweils zur Hälfte dem Finder und dem Grundeigentümer.

Ablauf funktionierte in Altmünster reibungslos

Die archäologischen Funde im Bereich der Lindenstraße in Altmünster wurden Mitte April durch Anrainer entdeckt und der Gemeinde gemeldet. Mag. Heinz Gruber besichtigte die Fundstelle. Im Anschluss wurde vom Bauherrn die Firma ARDIG aus St. Pölten mit der archäologischen Untersuchung (Ausgrabung und Bergung) beauftragt. „Die Meldekette hat in Altmünster perfekt funktioniert. Es ist nicht selbstverständlich, dass alle betroffenen Parteien, wie Gemeinde, Bauherren und Grundstückseigentümer so kooperativ sind“, sagte Heinz Gruber erfreut über die gute Zusammenarbeit.

Römischen Landsitz aus der Zeit um das 2. und 3. Jahrhundert entdeckt

Kurz nach der Fundmeldung kam Roman Igl von der Firma ARDIG mit seinem Team nach Altmünster und es wurde mit den archäologischen Grabungen begonnen. In der Lindenstraße konnten Teile des Grundrisses eines römischen Gebäudes - vermutlich einem Landsitz - nachgewiesen werden. Zu finden sind nur noch Fundamentreste, die aufragenden Mauern sind nicht mehr erhalten, bzw. bereits erodiert. Mitte Juni waren die Grabungsarbeiten auf der 3.000 Quadratmeter großen Fläche bereits abgeschlossen. „Am letzten Grabungstag in Altmünster haben wir ein Flachbeil gefunden, dies hat unsere Arbeit hier abgerundet;“ so Grabungsleiter Roman Igl begeistert über den Fund aus der Jungsteinzeit.

Keine Seltenheit auf der Achse von Wels nach Salzburg

Die Route von Wels nach Salzburg war schon in der Römerzeit eine beliebte Achse. Entlang dieser Strecke wurden viele Landgüter errichtet. Der Landsitz in Altmünster liegt etwas abseits dieser Route, daher gehen Historiker davon aus, dass auch schon damals auf die besondere Lage wert gelegt wurde. Stefan Traxler, von der OÖ Landes-Kultur GmbH vermutet, dass die sog. Villa Rustica als Sommerresidenz für wohlhabendere Leute genutzt wurde. „Die Ausgrabung in Altmünster zeigt lediglich einen kleinen Ausschnitt einer sehr viel größeren Anlage mit mehreren, einst reich ausgestatteten Gebäuden, wie wir sie beispielsweise auch von Weyregg am Attersee kennen“, erläutert der Experte.

Nächste Schritte geplant

Um die ursprüngliche Größe und Ausdehnung des Landsitzes zu erkunden, ist als nächster Schritt eine geophysikalische Prospektion geplant. Dabei wird mit speziellen Geräten die Erdmagnetik gemessen und der Untergrund mit Bodenradar abgetastet. Ähnlich einem Röntgenbild können damit unter der Erdoberfläche erhaltene Mauerreste lagegenau kartiert werden. Die Marktgemeinde Altmünster strebt eine Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, der OÖ Landes-Kultur GmbH und einer Universität an.

„Ein großer Dank gilt den drei Experten, welche sich um unseren archäologischen Fund angenommen haben. Die Weiterverfolgung des Projektes liegt mir sehr am Herzen, um die Geschichte Altmünsters um einen weiteren Teil zu ergänzen“, so Bürgermeisterin Elisabeth Feichtinger.


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