„Die ältere Generation hat es verdient, mit Würde behandelt zu werden“
BEZIRK GMUNDEN. Der Mangel an Pflegekräften ist österreichweit ein Problem. Tips hat die Situation in den Seniorenheimen des Bezirks unter die Lupe genommen: Auch hier wären viele Stellen frei.

„Natürlich hat das Coronavirus die Zustände in den Pflegeheimen noch dramatisch verschärft, aber das Pflegepersonal arbeitete vorher schon absolut am physischen und psychischen Limit!“, fasst Herr W. in einem Brief an die Tips zusammen, wie er die Situation erlebt. Herr W. ist Mitarbeiter eines Seniorenheims im Bezirk und möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. Er berichtet davon, dass ein einzelner Pfleger regelmäßig für bis zu 15 Klienten zuständig sei.
Ehrenamtliche Helfer sind „enorme Entlastung“
Der Zeitdruck sei groß, für Gespräche mit den Klienten bleibe kaum Zeit. Ehrenamtliche Helfer, wie etwa ein Besuchsdienst, brächten hier eine enorme Entlastung, so Herr W.
Insgesamt ortet er aber einen „extremen Personalmangel“ und appelliert an die Politik, Lösungen zu suchen: „Denkt auch daran: Es kann jeden treffen und auch unsere ältere Generation hat es verdient, mit Würde und Respekt behandelt zu werden.“
„Kräfte überall gesucht“
Bezirkshauptmann Alois Lanz, als Obmann des Sozialhilfeverbandes Gmunden für sechs Seniorenheime verantwortlich, kennt die Problematik: „Allein wir könnten sofort zehn Pflegekräfte aufnehmen.“ Auch bei den Altenheimen anderer Träger, in der mobilen Pflege oder in den Krankenhäusern würden Kräfte gesucht. „Wir sind alle bemüht, alle so gut wie möglich zu versorgen. Insgesamt müssen aber Ideen gefunden werden, wie man zu Pflegepersonal kommt – damit das auch weiter funktioniert in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.“


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