Eine Plattform für Ideen und Projekte
VORCHDORF. Seit zehn Jahren bietet das Otelo Vorchdorf einen Platz, um Ideen auszutauschen und miteinander ins Tun zu kommen. Das Angebot wird heute breit genutzt – vom 3D-Drucken bis zum Jodeln.

Die Otelo-Idee ist zwölf Jahre alt: Der Vorchdorfer Martin Hollinetz, damals im Regionalmanagement für die Bezirke Gmunden und Vöcklabruck tätig, initiierte die ersten „offenen Technologielabore“ in den beiden Bezirksstädten. Nur zwei Jahre später war es auch in seiner Heimatgemeinde so weit: Ein Otelo-Verein wurde gegründet, die ersten Treffen in der Neuen Mittelschule fanden statt.
Von den „Stricklesln“ bis zum Repair Café
Nun feierte das Otelo Vorchdorf seinen zehnten Geburtstag – und wird wöchentlich von rund 60 bis 80 Personen genutzt und besucht: Neben dem Bereich Bildung mit unterschiedlichsten Workshops gibt es auch Gruppen zu Energie/Nachhaltigkeit und Reparatur – wie die beliebten Repair-Cafés. Als weiterer Schwerpunkt hat sich in Vorchdorf der soziale Zusammenhalt herauskristallisiert: Da gibt es die „Strickleseln“, die sich regelmäßig zum Stricken und Lesen treffen, die schreibbegeisterten „Schreibfedern“ oder eine Mama-Baby-Gruppe.
Und auch der technische Bereich ist breit vertreten: vom Elektronikerteam „Die Blitzgneißer“ bis zum Virtual Reality Lab und dem 3D-Drucklabor. Hier zeigt sich auch einer der großen Vorteile der Otelo-Idee, erzählt Martin Hollinetz: Die 3D-Drucker werden von NMS und Otelo gemeinsam genutzt, Otelo-Freiwillige übernehmen die Wartung, viele der Drucker wurden auch von Otelo angeschafft. „Insgesamt stehen 32 Drucker, dazu noch Lasercutter und andere Geräte zur Verfügung: Vorchdorf hat diesbezüglich sicher die modernste Schule in ganz Österreich“, so Hollinetz.
Otelo-Idee zieht weite Kreise
Die aus Vorchdorf stammende Otelo-Idee hat übrigens nicht nur in der Region deutliche Spuren hinterlassen: Aktuell gibt es 32 Otelo-Standorte, darunter etwa im deutschen Eberswalde oder in Brixen in Südtirol. „Gerade jetzt waren wieder zwei Exkursionen aus Deutschland da“, erzählt Martin Hollinetz von einem aktuell weiter steigenden Interesse an den Gemeinschaftsprojekten, die jeweils von einem eigenen Verein getragen werden.
Digitale Zukunft spielerisch erforschen und erleben
Und auch für die Region gibt es noch so einige Ideen, meint Martin Hollinetz: Der „Future Space“, ein Otelo-Forschungsprojekt, in dem Kinder digitale Zukunft erleben können, ist derzeit immer wieder in verschiedenen Schulen und öffentlichen Einrichtungen zu Gast.
Hollinetz würde – auch im Hinblick auf die Kulturhauptstadt 2024 – das Thema gern breiter und familientauglich präsentieren. „Die Ressourcen wären schon großteils da, was wir bräuchten, wären entsprechende Ausstellungsflächen, die uns jemand dauerhaft zur Verfügung stellen kann.“


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