Vortrag: Blinde Gewalt sichtbar machen
BAD ISCHL. Wie erkennt man mutmaßliche häusliche Gewalt? Wer gehört informiert und wohin kann man sich wenden? All diese Fragen thematisiert Gewaltpräventionspädagoge Michael Eichinger in einem Vortrag am 2. März um 19.00 Uhr im Sparkassensaal Bad Ischl.

„Jakob ist in letzter Zeit so verstört. Heute im Turnunterricht habe ich blaue Flecken an seinen Oberarmen gesehen! Er wirkt verschüchtert in letzter Zeit, nimmt am Unterricht kaum mehr teil… Seine Mutter hat neuerdings immer Sonnenbrillen auf – früher hat sie die Kinder immer in die Schule gebracht und ein paar Worte mit anderen gewechselt – jetzt vermeidet sie das Gespräch, weicht aus, wirkt gestresst. Wen muss ich informieren? Wie kann / soll / muss ich auf diesen Verdacht der häuslichen Gewalt reagieren?“
Achtung - der Text ist frei erfunden und doch spiegelt er möglicherweise die Gedanken von manchen Pädagogen in Kindergärten oder Schulen wider. Mitarbeiter von Bildungs-, Sozial- und Pflegeeinrichtungen sind öfter mit Fragen rund um vermutete häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder konfrontiert. Wie erkennt man sie? An wen soll man sich als erstes wenden?
Vortrag im Sparkassensaal Bad Ischl
Die Frauenberatungsstelle Inneres Salzkammergut möchte mit der Veranstaltung „Blinde Gewalt sichtbar machen“ am 2. März 2023 um 19.00 Uhr im Sparkassensaal Bad Ischl über die vielen Gesichter von häuslicher Gewalt informieren, sensibilisieren, Begrifflichkeiten klären und Strategien im Umgang mit häuslicher Gewalt aufzeigen. Weitere wesentliche Aspekte in dieser Veranstaltung werden die professionelle interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen zuständigen Institutionen, Zivilcourage, Auswege aus Gewaltsituationen und Gewaltprävention sein.
Anschließende Podiumsdiskussion
Als Vortragender konnte der Gewaltpräventionspädagoge und Buchautor Michael Eichinger gewonnen werden. Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen der Frauenhäuser Salzkammergut und Vöcklabruck, Andrea Lantschner und Michaela Hirsch, sowie Eva Schuh aus dem Gewaltschutzzentrum OÖ statt. „Uns ist vor allem wichtig, dass viele Personen aus dem Pflege-, Bildungs- und Sozialbereich informiert sind, wie man Gewalt erkennt und darauf im Arbeitskontext reagieren kann,“ so die Geschäftsführerin der Frauenberatungsstelle Inneres Salzkammergut Lydia Linortner. Diese Veranstaltung kann auch als Fortbildung angerechnet werden.


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