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BAD ISCHL/BAD GOISERN. Siriuskogl-Chef Christoph „Krauli“ Held erzählt im Tips-Gespräch, warum er hinter dem Projekt Kulturhauptstadt steht und was er an den Salzkammergütlern schätzt.

Seit 15 Jahren betreibt Krauli den Siriuskogl in Bad Ischl. (Foto: Monika Löff)
Seit 15 Jahren betreibt Krauli den Siriuskogl in Bad Ischl. (Foto: Monika Löff)

„Einerseits ist die Sturköpfigkeit der Salzkammergütler gut, andererseits ist es manchmal echt zum an den Kopf greifen“, erklärt Christoph „Krauli“ Held, der nun bereits seit 15 Jahren das Gasthaus Siriuskogl in Bad Ischl führt. Beim Thema Kulturhauptstadt – hinter dem Krauli zu 100 Prozent steht – scheiden sich bekanntlich die Geister. Es seien „tausende Anmeldungen mit Projekten aus der Region gekommen“, so Krauli, das Team der Kulturhauptstadt (KHS) habe aber die schwierige Aufgabe gehabt, daraus zu selektieren. „In Goisern und Ischl kennt sich jeder“ und da habe es wahrscheinlich auch am Stammtisch „getuscht“, wenn die einen ein Projekt bekamen und die anderen nicht. Die Kritik an dem ganzen Projekt könne er zum Teil nachvollziehen – Stichwort Führungswechsel – sieht das aber keinesfalls nur negativ, denn „es braucht immer Gegenstimmen, damit etwas Tolles zusammenkommt. Dinge müssen polarisieren“.

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Er selbst arbeite neben dem Projekt Wirtshauslabor Süd, bei dem er Schüler der Tourismusschulen Bad Ischl bei der Eröffnung eines Pop-Up-Restaurants für das Kulturhauptstadtjahr betreut, an den meisten kulinarischen KHS-Projekten in der Region „mehr oder weniger“ mit. „Kulinarik ist das größte Kulturgut einer Region“, ist sich Krauli sicher, denn „wenn du heimisches Essen isst, dann spürst du die Gegend“. So auch kürzlich beim 72. Städtetag, der in Bad Ischl stattfand. Er organisierte den Empfang der Bürgermeisterin im Kurpark. Zwanzig Gastronomen aus Bad Ischl machten dabei mit. „Es dauerte zwar ein halbes Jahr, bis ich alle Gastronomen an einen Tisch beisammen hatte. Aber es war ein unglaublich tolles Gefühl, dass wir alle zusammenarbeiteten.“ Der Empfang lief super über die Bühne, auch wenn es im Hintergrund ein paar kleinere Unstimmigkeiten gegeben habe. Wichtig sei gewesen, dass „wir uns trotzdem alle vereint präsentiert haben“ – und das wünsche er sich auch für die Zukunft. Denn die KHS sei eine riesige Chance, die Bad Ischl und das Salzkammergut nutzen solle. Und das im besten Fall gemeinsam und an einem Strang.

Den Menschen etwas zurückgeben

Nach seiner Kochlehre im Weinhaus Attwenger in Bad Ischl absolvierte Krauli die Ausbildung zum Altenfachbetreuer, bis er 2008 den Siriuskogl übernahm. Bis heute arbeitet er immer wieder an sozialen Projekten, wie Betriebsausflügen nach Wien, um in der Gruft für Obdachlose zu kochen. Vergangenes Jahr organisierte er etwa eine Charity-Veranstaltung, um Geld und Hilfsmittel für die Ukraine zu sammeln. Nach der Veranstaltung, bei der an einem Tag 100.000 Euro gesammelt werden konnten, riefen große Hilfsorganisationen bei ihm an und fragten, „wie ich das mache“. Seine Antwort: „Wir denken nicht so viel nach, sondern machen einfach.“ Und eben das schätze er auch an den Salzkammergütlern: Neben der Sturköpfigkeit könne man sich immer sicher sein, dass – wenn etwa ein Haus abbrennt – alle helfen und zusammenhalten.

 Eine bunte Welt mit offenem Ende

Neben seiner Tätigkeit am Siriuskogl ist Krauli mittlerweile österreichweit und darüber hinaus medial sehr präsent. Mit Produktionen wie „Held und Herd“ und diversen Auftritten, erlangte er große Bekanntheit. „Das ist das Schöne an meinem Beruf – meine Welt ist so bunt geworden und ich lerne viele Leute kennen“. Eine häufige Frage, die er gestellt bekommt, sei, wie lange er noch am Kogl bleibe. Bereits als „Lausbua“ mit 21 Jahren hat Krauli den Siriuskogl übernommen. Er habe sich aber immer die Freiheit gelassen zu sagen, er mache das „so lange es mir Spaß macht“. Sein Herz gehöre immer zum Siriuskogl, gastronomisch haben sie sich aber auseinandergelebt, wie er erzählt. „Zum Kogl gehört eigentlich eine einfache Jausenkarte mit Speckbroten und Radler. Ich hingegen möchte immer neues ausprobieren und mich weiterentwickeln“, so der Chefkoch. „Jetzt spüre ich schön langsam, dass ich mich verändern muss“. Wann eine Veränderung kommt, könne und wolle er noch nicht sagen. „Vielleicht gehe ich am Kogl in Pension. Oder ich bin nur mehr drei Jahre oben. Das will ich mir offenlassen“.

 

 

 


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