Erster Wolf in Oberösterreich zum Abschuss freigegeben
OBERTRAUN. Im Zeitraum von Anfang August bis 16. August wurden im Bereich der Maisenbergalm in Obertraun im Gebiet Hochplateau Dachstein/Krippenstein insgesamt neun Schafe getötet und zwei Schafe verletzt. Weitere 25 Schafe sind abgängig. DNA Spuren bestätigten die Risse durch einen Wolf. Dieser wurde nun zum Abschuss freigegeben.

Eine Begutachtung der verletzten beziehungsweise getöteten Schafe durch Wolfsbeauftragte des Landes Oberösterreich am Dachsteinplateau ergab aufgrund des Rissbildes, der Verletzungen und der örtlichen Verhältnisse, dass es sich beim Verursacher des Schadens um einen oder mehrere Wölfe gehandelt haben muss. Aufgrund der Regelungen der oberösterreichischen Wolfsmanagementverordnung ist daher von einem Schadwolf auszugehen, der ein gefährliches Verhalten zeigt. Der Wolf wurde nun vom Land Oberösterreich zur Entnahme freigegeben. Die Abschuss muss nun innerhalb von vier Wochen ab dem letzten Riss beziehungsweise dem letzten Verletzungsereignis und innerhalb eines Umkreises von zehn Kilometern vom Ereignisort des letzten Risses erfolgen.
Die Abschussfreigabe ist die erste ihrer Art in Oberösterreich und stößt auf verschiedene Meinungen.
Herdenschutz nicht möglich
„Aufgrund des Rückgangs der Almwirtschaft im Allgemeinen, werden die Landschaften im Salzkammergut immer mehr verwahrlost. Der Wolf ist jetzt das i-Tüpfelchen. Was den Schadwolf am Dachsteinplateau betrifft, ist meiner Meinung nach ein effektiver Herdenschutz durch die geografischen Gegebenheiten nicht möglich“, kommentiert der Herdenschutzbeauftragte Wolf-Dietrich Schlemper die Situation in Obertraun. Damit sei der Abschuss die einzige Möglichkeit.
Entnahme des Problemtiers
Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger hat bereits die weiteren Schritte veranlasst: „Die Schadensbilanz spricht für sich. Der Wolf am Krippenstein, hat gezielt Jagd auf gealpte Nutztiere gemacht und muss daher zum Schutz der regionalen Almwirtschaft entnommen werden. Wir halten uns exakt an die engen Vorgaben der Wolfs-Verordnung, am Vollzug ist aber nicht zu rütteln. Die zuständigen Jagdleiter wurden informiert.“
Es handelt sich in Obertraun um mehrere zuständige Jagdreviere. Sollten die Jäger, den Wolf entnehmen, muss der Abschuss unverzüglich gemeldet werden. Das Tier wird daraufhin dem Biologiezentrum Linz zur DNA Prüfung vorgelegt, um zu kontrollieren, dass es sich um den besagten Schadwolf handelt.
Jäger positiv zum Abschuss
Johann Enichlmair, Bezirksjägermeister von Gmunden steht der Entnahme positiv gegenüber: „Ich bin, was den Wolf betrifft, skeptisch eingestellt. Im Moment sind seine bevorzugten Opfer Schafe, aber auch schon Rinder sind Abgängig. Das deutet bereits auf eine Wolfsrudelbildung hin. Wenn nun die Weidetiere im Herbst von der Alm abgetrieben werden, bleibt der Wolf in diesem Lebensraum und wird dann das Wild als Nahrung anpeilen. Die einfachste Möglichkeit dafür ist bei den Fütterungen. Das hat zur Folge, dass sich Rot- und Rehwild dann nicht mehr zu den Fütterungen traut und Schälschäden an Bäumen, bzw. Verbiss verursacht, weil es Hunger hat.“
Kritische Stimmen von den Grünen aus Bad Goisern
Roland Schönmayr, Gemeindevorstand für Umwelt, Abwasser- und Abfallwirtschaft der Grünen Bad Goisern, sieht die Freigabe zum Abschuss kritisch: „Ich bin dagegen, dass Wölfe reflexartig abgeschossen werden, nur weil sie Risse verursachen. Der Wolf ist die Gesundheitspolizei, die den Wildbestand reguliert. Dass der Wolf Schafe reißt, ist ein Teilaspekt, der absolut negativ ist. Mittel- und langfristig wird der Wolf aber bei uns bleiben und daher müssen wir dafür sorgen, dass unsere Bauern Mitteln an die Hand bekommen um ihre Herden zu schützen.“
Noch bis zum 13. September besteht die Freigabe zum Abschuss des Wolfs . In dieser Zeit kann das Tier von den zuständigen Jägern nun entnommen werden.


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