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EBENSEE. Bei frühsommerlichen Temperaturen waren die Ratscherbuben heuer in Ebensee unterwegs. Wie es der Brauch will, erinnerten sie mit ihren Ratschen und Rumpel die Bevölkerung an die Gebetszeiten und überbrachten lautstarke Ostergrüße.

Die Ratscherbuam waren in Ebensee unterwegs. (Foto: Hörmandinger)
  1 / 17   Die Ratscherbuam waren in Ebensee unterwegs. (Foto: Hörmandinger)

Der Brauch des Ratschens geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Im Jahr 2015 wurde österreichweit „ Ratscherlaufen in der Karwoche“ als immaterielles Kulturerbe der Unesco ausgewiesen. Besonders hochgehalten wird der Brauch des Ratscherlaufens in der Traunseegemeinde Ebensee. In mehreren Ortschaften sind die Buben unterwegs und erinnern die Bevölkerung mit ihren hölzernen Lärminstrumenten an die Gebetszeiten. Die Ratscherbuben sind vom Karfreitag morgen bis zur Osternacht am Karsamstag Abend insgesamt sieben Mal im Einsatz.

Am Karsamstag Abend verstummen die Ratschen und Rumpeln und werden wieder für ein Jahr zur Seite gelegt. Die Ratscherbuben erhalten von der Bevölkerung eine Belohnung für ihren Einsatz. Wurden früher Ostereier, Speisen oder Süßigkeiten gegeben, erhalten die Ratscherbuben heutzutage eine angemessene Geldspende.

Ratschen in Ebensee

Eine Überraschung erfuhren die Bewohner im Schwaigerweg, Ferdinand-Schallerweg und in der Sonnengasse: Nach fünf „ ratscherlosen“ Jahren, bedingt durch „Personalmangel“ waren zehn Buben und Mädchen als Ratschergruppe im Einsatz. Initiiert von den Familien Günter und Sabine Stadlmann, sowie Bernhard und Sonja Eisl wurde die neue Passe ins Leben gerufen.

„Natürlich spielen auch die Erinnerungen an die eigene Ratscherzeit eine Rolle. Doch am wichtigsten ist es, den alten Brauch in der Karwoche zu erhalten. Ratschen hat in Ebensee einen besonderen Stellenwert und das soll auch in Zukunft so bleiben. Unser Neustart ist wirklich gelungen. Sogar das Wetter hat mitgespielt. Kinder und Eltern sind rundum begeistert“, zieht Günter Stadlmann positive Bilanz. 

Ratscherfeuer am Traunseeufer

Traditionell entzündeten die Rindbacher Ratscher am Karfreitagmorgen am Traunseeufer ein großes Ratscherfeuer, welches noch vor Sonnenaufgang „ angeratscht“ wurde. Am Karfreitag und am Karsamstag zogen in Ebensee die Ratscherbuben durch die Straßen und erinnerten mit ihren Ratschen und Rumpeln an die früheren Gebetszeiten. Zum Lärm der hölzernen Instrumente wurden Gebete gesprochen, die Bezug auf das Leiden Jesu nehmen.


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