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GOSAU. Moore tragen einen erheblichen Beitrag zu unserer intakten Umwelt bei, ebenso wichtig sind sie für den Klimaschutz. In Zusammenarbeit mit der BIOSA (Biosphäre Austria) wollen die Österreichischen Bundesforste ein Moor in Gosau wiederaufbauen und schützen.

  1 / 4   In einem Projekt der BIOSA soll ein besonderes Moor in Gosau geschützt werden. (Foto: Siegfried Gamsjäger)

Moore sind jedem ein Begriff – auch im Salzkammergut finden sich unzählige. Im Sommer spenden Moore kühle Luft und der Boden ist meist von Nässe und Feuchtigkeit geprägt. Sie prägen ein Landschaftsbild zumeist durch ihre ruhige Atmosphäre und Unberührtheit. Welche Funktionen Moore für die Umgebung und speziell für unser Klima haben, ist aber eher unbekannt.

Extreme Trockenphasen schädigen die Moore

„Ein Moor ist vergleichbar mit einem großen Schwamm: Ist es intakt, hält es Wasser zurück und kann in weiterer Folge Hochwasserspitzen abfangen“, erklärt Mario Pöstinger, Präsident der Interessensgemeinschaft Moorschutz von der OÖ. Umweltanwaltschaft. Das Problem: Durch die derzeitigen Klimaveränderungen und in diesem Fall speziell die immer häufigeren Trockenphasen werden auch die Moore geschädigt. Deshalb hat es sich der wissenschaftliche Verein Biosphäre Austria (BIOSA) zum Ziel gemacht, nach Naturschutz in Wäldern und Mooren zu trachten. In Kooperation mit verschiedenen Forstbetrieben, in diesem Fall etwa die Österreichischen Bundesforste (ÖBf), setzt die BIOSA Maßnahmen, um Wälder und Moore wiederaufzubauen und zu erhalten.

Eines dieser Projekte ist ein Moor in Gosau, das im Besitz der ÖBf liegt und nun durch Maßnahmen der BIOSA aufgebaut und geschützt werden soll. „Der Moorschutz ist freilich ein großes Anliegen der Bundesforste“, stellt Xaver Wimmer, Naturraummanager der ÖBf, klar. Es sei immer gut, wenn Gemeinschaftsprojekte gestartet werden, denn „es ist nicht immer ganz einfach, Mittel für solche Projekte aufzutreiben“.

Entwässerung soll verhindert werden

Zurück ins Gosauer Moor: Pöstinger erklärt, dass dort Entwässerungsmaßnahmen vorgenommen worden seien, denn durch das Moor fließt ein Bach, der den Durchfluss des Wassers verstärkt. Das ist ein Problem, denn somit wird das Wasser schneller aus dem Moor raustransportiert, als es von Natur aus gegeben wäre. Um diesen Wasserabfluss zu reduzieren, setzt die BIOSA konkrete Maßnahmen: Zum einen Grabensperren, um den Wasserspiegel anzuheben: „Das kann man sich wie eine Stauseekette vorstellen – man macht mehrere Sperren im Gefälle, dadurch kann das Wasser im Moor zurückgehalten werden“. Zum anderen soll mit Kies und Schotter verhindert werden, dass sich der Bach tiefer gräbt. Denn durch den verstärkten Durchfluss gräbt sich der Bach bzw. die Sole als Sediment immer tiefer und fördert damit die Entwässerung.

Moore tragen zur Arten- und Pflanzenvielfalt bei

Moore haben auch eine kleinklimatische Funktion: Durch die stetige Feuchtigkeit kühlen sie ihre Umgebung etwas ab. „Gerade im Frühjahr und im Herbst werden so die kühlen Temperaturen verlängert und der Lebensraum etlicher Tiere und Pflanzen erhalten“, meint Pöstinger. Dies stelle nämlich einen weiteren Grund für den Moorschutz dar, erklärt der Experte: Die Pflanzen, in Gosau etwa Sonnentau oder Wollgras, und Tiere, die in diesem besonderen Biotop leben, werden so geschützt. Durch die Entwässerung und extremen Klimaverhältnisse verändere sich die Vegetation im Moor und der Lebensraum etlicher Pflanzen und Tiere werde gefährdet. „Die Moore zu schützen ist auch ein Beitrag zur Biodiversität“, sagt auch Wimmer dazu. Denn sonst sei die Gefahr groß, dass die Arten „einfach verschwinden“.

Pflanzen binden Kohlenstoffdioxid

Was viele nicht wissen, ist, dass Moore auch einen Beitrag zum globalen Umweltschutz leisten. Moore speichern Kohlenstoff aus der Atmosphäre: Die Pflanzen binden diesen und lagern ihn im Torf ab. Findet eine zu schnelle Entwässerung statt, „entstehen Zersetzungsprozesse und der eingelagerte Kohlenstoff kommt als Kohlenstoffdioxid zurück in die Atmosphäre“, erklärt Pöstinger. Das oberste Ziel sei aber nicht, dass neuer Kohlenstoff gebunden werde, meint Wimmer, sondern dass der bereits gespeicherte Kohlenstoff „nicht schlagartig frei kommt“.

Finanzielle Mittel durch Renaturierungsgesetz

Wimmer und die ÖBf wünschen sich, dass solche Kooperationen künftig ausgebaut werden, denn meist sind Projekte dieser Art sehr kostspielig. Eine finanzielle Hoffnung dahingehend sei das geplante Renaturierungsgesetz der EU, durch das bestimmte Lebensräume in ihre ursprüngliche Form zurückversetzt werden sollen -  unter anderem sollen dabei etwa Wälder aufgeforstet und Moore wieder vernässt werden. Auch Pöstinger erhofft sich durch das Gesetz mehr finanzielle Mittel für Projekte dieser Art.


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