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BAD ISCHL. Tips-Leser Kurt Reisenauer teilt seine Meinung zum Thema Wirtschaft in Bad Ischl in einem Leserbrief mit der Tips-Redaktion Gmunden.

Kurt Reisenauer aus Bad Ischl teilt seine Gedanken zur Ischler Wirtschaft in einem Leserbrief. (Foto: tips.at)

„Ich erinnere mich noch genau, als in Salzburg vor vielen Jahren der „Euro-Park“ eröffnet wurde und die Kaufleute von Freilassing in Bayern (damals Einkaufs-Hot-Spot für viele Österreicher) nach Auswegen suchten, um nicht ihre Kunden an den großen Einkaufspark zu verlieren. Da kam ihnen die erfolgreiche Idee, die Parkgebühren abzuschaffen. Mit großen Plakaten und in fast allen wichtigen Medien schalteten sie damals Inserate mit dem Slogan „KOMMEN SIE NACH FREILASSING - HIER PARKEN SIE GRATIS“! Als ich damals mit Stadtverantwortlichen sprach, erfuhr ich, dass es noch nie so viele Kunden in Freilassing gab. Der Erfolg gab ihnen also recht. 

BAD ISCHL IST ABER ANDERS. Unsere Stadtregierung, mit der Oberchefin Ines Schiller, hebt die Parkgebühren an, macht noch dazu ein undurchsichtiges Zweiklassenparken (mit Schranken/ohne Schranken) und sperrt Parkmöglichkeiten, die bis jetzt noch immer zum Gratisparken einluden, mit Halteverbotstafeln in der Stadt. Noch dazu die Anzeigen an die Parkenden, die nur einige Minuten über der bezahlten Parkgebühr ihr Fahrzeug, unabsichtlich, parken.

AUCH HIER BEI UNS IN BAD ISCHL IST DER ERFOLG SICHTBAR. 

Viele Kunden sind nicht mit dieser ständigen Erhöhung der Gebühren einverstanden und fahren zu den bekannten Supermärkten am Ortsrand, mit den überdimensional großen, zubetonierte Parkplätzen, einkaufen. Die meisten aber bestellen gleich bei den vielen digitalen Anbietern im Internet, denn da gibt es diese Probleme mit der Abzocke der Gemeinde nicht und der Kunde braucht nicht einmal außer Haus zu gehen. Die um ihr Geschäft betrogenen Kaufleute bleiben auf der Strecke. Sie können die Mieten, die Personalkosten, die Steuern und Abgaben usw. nicht mehr erwirtschaften und müssen aufgeben. 

Bestes aktuelles Beispiel ist die Schließung des griechischen Restaurants „Taverne“ in Bad Ischl für immer.

Übrigens habe ich persönlich noch nie via Internet Waren bestellt, ich bevorzuge und unterstütze noch immer den heimischen Handel, damit die Lebensgrundlage für die Ischler Kaufleute und deren Personal erhalten bleibt. Vielleicht ein Wunschtraum! Die Konsequenz für die schöne Stadt Bad Ischl wird sein: Es wird immer mehr Geschäfts-Ruinen geben, ein Flanieren und Shoppen wird es so nicht mehr geben, die Gäste werden ausbleiben und die einzunehmenden Steuern und Abgaben werden drastisch sinken.

Was macht unsere Stadtregierung? Weitere Erhöhung der Abgaben und Gebühren. Am Dilemma Wochenmarkt sieht man, in welche falsche Richtung die Stadtregierung in die Zukunft lenkt. Nicht zu vergessen das Bau-Chaos in Bad Ischl, bei dem sogar die Gesundheit, die Existenzen und sogar die Leben der Bürger und Bürgerinnen auf dem Spiel stehen. 

Werte Frau Bürgermeisterin, Sie können ja nicht alles können aber wenn Sie nicht imstande sind, für die Bürger und Gäste zukunftsweisend zu handeln, dann ziehen Sie die Konsequenzen und überlassen sie Bad Ischl jemandem, der das wesentlich besser machen kann. Handeln Sie, bevor es zu spät ist. Bad Ischl ist zu schön und zu wertvoll, um heruntergewirtschaftet zu werden.

Wenn Sie immer jammern, dass sich so viele Schulden angehäuft haben und Sie immer wieder Kredite für die Stadt aufnehmen müssen kann ich nur sagen, bitte nachdenken! Kameras nachzulaufen, um zu lächeln, wird nicht helfen.“

Kurt Reisenauer, Bad Ischl


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