Mit dem "Mutzen" ins neue Schuljahr: Eine besondere Tradition an der HTBLA Hallstatt
HALLSTATT. Zum Beginn des neuen Schuljahres erlebten die angehenden Schüler der HTBLA Hallstatt eine beeindruckende Tradition. Vom Bahnhof Steeg-Gosau aus traten sie ihre Reise an, die sie nicht nur über Schienen, sondern auch über das Wasser führte. Mit historischen Holzbooten ruderten der Direktor und die Lehrkräfte die frischgebackenen „Jahrlinge“ eigenhändig über den Hallstättersee.

Am frühen Nachmittag herrscht geschäftiges Treiben am Bahnhof Steeg-Gosau. Aufgeregte Schüler der HTBLA Hallstatt treffen sich mit ihren neuen Klassenvorständen, bereit für den Start in einen neuen Lebensabschnitt. Doch bevor sie die Schule erreichen, steht ihnen eine besondere Reise bevor – eine Reise, die sie nicht nur geografisch, sondern auch symbolisch auf den Weg in ihre Zukunft führt.
Der erste Teil dieser Reise verläuft konventionell: Gemeinsam besteigen die Schüler die Bahn, die sie zur Haltestelle Hallstatt bringt. Doch wer den Welterbeort kennt, weiß, dass der eigentliche Ort Hallstatt nicht direkt am Bahnhof liegt. Stattdessen befindet sich dieser auf der gegenüberliegenden Seite des Hallstättersees, und die einzige Möglichkeit, von dort aus in den Ort zu gelangen, ist per Boot.
Hier kommt die jahrhundertealte Tradition ins Spiel, die die Ankunft der neuen Schülergeneration zu einem besonderen Ereignis macht. Am Seeufer, auf der anderen Seite des Sees, wartet bereits Direktor Christoph Preimesberger mit einer Gruppe von Lehrkräften auf die Ankommenden. Doch anstatt die Schülerinnen und Schüler einfach mit einem modernen Fährschiff überzusetzen, wie es Touristen normalerweise tun würden, setzen die HTBLA Hallstatt und ihr Direktor auf die Tradition und auf etwas Muskelkraft.
Die Schüler steigen in historische Holzboote, darunter Mutzen und Fuhren, die in dieser Region seit Generationen verwendet werden. Es sind einfache, robuste Boote, die einst für den Transport von Gütern und Menschen über den See genutzt wurden. Heute dienen sie einem anderen Zweck: Sie symbolisieren den Übergang der Schüler in eine neue Phase ihres Lebens und ihrer Ausbildung.
Direktor Preimesberger und die Lehrkräfte selbst übernehmen das Rudern – eine Geste, die zeigt, dass diese Schule nicht nur auf Traditionen setzt, sondern auch auf Gemeinschaft und Zusammenhalt. Langsam und gemächlich gleiten die Boote über den stillen See, die imposante Bergkulisse im Hintergrund. Für die Schülerinnen und Schüler ist es ein Moment der Besinnung, aber auch der Vorfreude auf das, was vor ihnen liegt.
Als die Boote schließlich an der Anlegestelle Lahn, direkt vor der Schule, anlegen, warten dort schon die Eltern, um ihre Kinder in Empfang zu nehmen. Gemeinsam erkunden sie das Schülerheim, das für viele der jungen Menschen in den kommenden Jahren zu einem zweiten Zuhause werden wird.
Diese altehrwürdige Tradition, die seit vielen Jahren an der HTBLA Hallstatt gepflegt wird, ist mehr als nur ein symbolischer Akt. Sie ist ein Versprechen an die neuen Schüler, dass sie in dieser Schule nicht nur eine hervorragende Ausbildung, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl erleben werden. Ein Start, der durch die enge Verbindung zur Geschichte und Kultur dieser einzigartigen Region geprägt ist und der den Schülern zeigt, dass ihre Ausbildung weit über das Klassenzimmer hinausgeht.



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