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BEZIRK GMUNDEN. Drei Jugendliche nehmen derzeit im Bezirk am Rotary Outbound Programm teil. Zwei Mädchen aus der Region werden je ein Jahr in Südamerika verbringen, während ein brasilianischer Austauschschüler zurzeit in Obertraun lebt. Das weltweit organisierte Programm von Rotary International ermöglicht jungen Menschen, ein Schuljahr in einem anderen Land zu leben, neue Kulturen kennenzulernen und internationale Kontakte zu knüpfen.

Lucas Gil Cardoso Moreira (rechts) (Foto: privat)
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Im Bezirk wird das Programm von lokalen Rotary Clubs begleitet. Die Jugendlichen leben bei Gastfamilien, besuchen Schulen im Gastland und werden durch rotarische Ansprechpartner unterstützt. Neben schulischer Integration spielt auch das soziale und kulturelle Einleben eine zentrale Rolle.

Johanna Mikula-Hubacek, 14 Jahre, aus Bad Aussee, bereitet sich auf ihre Abreise nach Brasilien vor. Luise Waltl, 15 Jahre, aus Bad Goisern, wird ihr Austauschjahr in Peru verbringen. Unterstützt werden beide vom Rotary Club Bad Ischl und dabei besonders von der Jugendbeauftragten Noelia Torres de Glasser, einer in Bad Ischl lebenden Rotarierin aus Guatemala: „Es sind unglaublich wichtige Erlebnisse, die die Jugendlichen hier machen. Es ist ein Privileg, sie dabei zu unterstützen.“ Beide Mädchen verbinden mit dem bevorstehenden Aufenthalt den Wunsch nach neuen Erfahrungen, persönlichem Wachstum und dem Kennenlernen anderer Lebensweisen „Ich freue mich auf neue Menschen, Erlebnisse und kulturelle Eindrücke. Gleichzeitig habe ich Respekt vor der Sprachbarriere und der Umstellung auf ein völlig neues Umfeld“, so Johanna Mikula-Hubacek. Die Vorbereitung erfolgt unter anderem durch gezielten Sprachunterricht und den Austausch mit künftigen Kontaktpersonen im Gastland.

Luise Waltl sieht den Aufenthalt als lang gehegten Wunsch, der durch familiäre Vorbilder zusätzlich geprägt wurde: „Meine ältere Schwester war schon ein Jahr in Argentinien auf Austausch und dadurch wusste ich, dass ich auch so etwas machen möchte“. Besonders interessiert sie die Kultur und das Alltagsleben in Südamerika. Auch sie bereitet sich durch Spanischunterricht und Austausch mit Personen aus dem Gastland vor.

Die Eltern der beiden Schülerinnen sind ebenso am Austausch aktiv beteiligt. Damit die beiden Mädchen ins Ausland gehen können, haben sie sich verpflichtet, ebenfalls rotarische Austauschschüler bei sich zu Hause aufzunehmen. „Um die Johanna mache ich mir keine Sorgen, aber auf die Erfahrung einen Austauschschüler bei uns aufzunehmen bin ich schon sehr gespannt“, lacht Angelika Mikula-Hubacek, Johannas Mutter.

Jahr zwischen zwei Welten

Der brasilianische Austauschschüler Lucas Gil Cardoso Moreira lebt seit letztem Sommer in Obertraun und kehrt im Juli nach Brasilien zurück. Er ist ebenfalls Teil des Rotary Outbound Programms und wollte unbedingt nach Österreich. „Wir sind früher immer schon zum Skifahren hierher gekommen und daher war es für mich naheliegend, Österreich als eines meiner Wunschländer anzugeben“, sagt der 17-Jährige. Lucas beschreibt seine Zeit im Salzkammergut als prägend, besonders durch die Begegnungen mit Menschen und neuen Freundschaften. Zu seinen positiven Erfahrungen zählen soziale Kontakte, sportliche Aktivitäten und das Kennenlernen der österreichischen Lebensweise. „Ich habe hier viel Anschluss gefunden, in der Schule, aber auch im Sport“, so Lucas, der für den SV Bad Ischl Fußball spielt. Herausforderungen sieht er vor allem in der deutschen Sprache, die im Alltag anstrengend sein kann, aber gleichzeitig Teil des Lernprozesses ist. Für die Zeit nach dem Austauschjahr sagt er: „Das wird sehr emotional werden, auch weil ich mich dann von meinen Freunden und meinem geliebten Fußball verabschieden muss, denn dann werde ich in Brasilien auf die Universität gehen und es wird nicht mehr so viel Zeit bleiben.“

Bedeutung des Programms für die Jugendlichen

Das Rotary Outbound Programm verfolgt das Ziel, junge Menschen durch internationale Erfahrungen zu stärken. Die Teilnehmer lernen, sich in neuen sozialen und kulturellen Strukturen zurechtzufinden, Verantwortung zu übernehmen und Offenheit für andere Lebensweisen zu entwickeln. Die Erfahrungen der Jugendlichen zeigen, dass Austauschjahre nicht nur schulische und sprachliche Fähigkeiten fördern, sondern auch persönliche Reife und Selbstständigkeit. Das Programm verbindet unterschiedliche Länder und Lebensrealitäten und schafft langfristige internationale Beziehungen.


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