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Ältester Schulwegpolizist in Gmunden: „Wenn die Kinder freundlich grüßen, lebt man auf“

Barbara Gröstlinger, 16.06.2026 18:00

GMUNDEN. Im Bezirk Gmunden sorgen 160 Freiwillige als Schulwegpolizisten für die Sicherheit von Kindern auf ihrem Schulweg. Fritz Hansl wird Anfang Juli 88 Jahre alt und ist derzeit der älteste Schulwegpolizist im Bezirk. Mit Ende des Schuljahres verabschiedet er sich aus dem Lotsendienst. Tips hat ihn bei einem Einsatz begleitet.

Fritz Hansl bei der Arbeit an der sogenannten Pensi-Kreuzung (Foto: Tips/Gröstlinger)
  1 / 3   Fritz Hansl bei der Arbeit an der sogenannten Pensi-Kreuzung (Foto: Tips/Gröstlinger)

„Es war eine spontane Entscheidung. Ich wurde von einem Freund gefragt, ob ich mir diese Aufgabe auch vorstellen könnte“, erinnert sich Fritz Hansl an seine Anfänge im Lotsendienst.

Seitdem hat der 87-jährige Schulwegpolizist die Entscheidung nie bereut – auch nicht das frühe Aufstehen: „Wenn einen die Kinder freundlich grüßen, lebt man so richtig auf.“

2013 kam Hansl, der vor der Pension leitender Angestellter in der Miba war, ins Team der Schulwegpolizisten beim Pensi. Damals war er bereits 75 Jahre alt. Heute, über ein Jahrzehnt später, beendet er mit Ende des Schuljahres seinen Dienst aus gesundheitlichen Gründen.

Tausende Schüler begleitet

Wie viele Kinder Hansl in den 13 Jahren insgesamt sicher über die Straße begleitet hat, sei schwer zu sagen. „Es waren aber sicher ein paar Tausend. In der ganzen Zeit ist nie etwas passiert“, sagt der Schulwegpolizist stolz. Unter den Tausenden Kindern war für vier Jahre auch sein eigener Enkel, was die Arbeit noch mehr zu etwas Besonderem machte. Außerdem werde er von vielen Kindern und Eltern liebevoll als „Schülerlotsenopa“ bezeichnet.

160 Freiwillige im Bezirk

Fritz Hansl ist der derzeit älteste von 160 Schulwegpolizisten im Bezirk Gmunden. Ausgebildet und betreut werden alle von Koordinator Reinhard Held. Der ehemalige Polizist übt diese Tätigkeit seit beinahe 30 Jahren im Auftrag des Bezirkspolizeikommandos aus – auch jetzt in seiner Pension. „Mir ist wichtig, dass die Arbeit korrekt und vor allem verlässlich gemacht wird. Da bin ich auch in der Ausbildung sehr konsequent“, sagt Held. Nach erfolgreicher Absolvierung der theoretischen sowie der praktischen Ausbildung bekommen die Schulwegpolizisten einen Bescheid von der Gemeinde oder vom Land – je nach Art der Straße im Einsatzgebiet – und dürfen Autos anhalten und für die Sicherheit der Kinder am Schulweg sorgen.

Altersdurchschnitt etwa 60

„Von den 160 Freiwilligen im Bezirk sind etwa 80 Prozent bereits in der Pension“, erklärt Held. Der Altersdurchschnitt liegt laut dem Ausbildner bei rund 60 Jahren, nur in Traunkirchen besteht der Großteil der Schulwegpolizisten aus jungen Müttern oder Vätern.

Reinhard Held ist sehr stolz auf das von ihm aufgebaute Netz an Schulwegpolizisten: „Wir sind die größte von einer einzelnen Person betreute Gruppe von Schulwegpolizisten in Österreich.“Neben Fritz Hansl gibt es auch noch drei weitere Schulwegpolizisten, die älter als 85 Jahre sind: Peter Hammerschmid, Johann Schatzl und Manfred Majer. „Auch diese möchte ich erwähnen, da sie ebenfalls außergewöhnliche Leistungen vollbringen“, betont Held.

Der Ausbildner und ehemalige Polizist aus Laakirchen freut sich über alle, die sich freiwillig zur Ausbildung melden: „Fritz Hansl zeigt als ehemaliger Akademiker, dass sich niemand für die Arbeit als Schulwegpolizist zu gut sein sollte.“

Offizieller Abschied

Für seinen langjährigen Einsatz wird Hansl am Dienstag, 7. Juli, im Rahmen der traditionellen Einladung der Schulwegpolizisten durch Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) im Gasthof Grünberg offiziell verabschiedet. „So ergibt sich ein schöner und würdiger Anlass, um Herrn Hansl bei dieser gemeinsamen Feier von allen gebührend zu verabschieden“, so Held. In seinem „endgültigen“ Ruhestand möchte sich Fritz Hansl sportlich und kulturell engagieren sowie seine Freundschaften pflegen.

Schulwegpolizisten müssen über 18 Jahre alt sein, einen
Führerschein in der Kategorie B besitzen und einen tadellosen 
Leumund haben. Interessierte können sich an die jeweilige 
Schule, die Gemeinde oder die Polizei wenden. 


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