ASKÖ kündigt Pacht: Sorge um Rettungshubschrauber Martin 3
SCHARNSTEIN. Der Rettungshubschrauber Martin 3 ist für das Salzkammergut unverzichtbar. Nun sorgt eine ASKÖ-Kündigung für Unruhe.

Der Rettungshubschrauber Martin 3 ist für das Almtal, das Salzkammergut und die angrenzenden Regionen ein unverzichtbares Sonderrettungsmittel. Wenn jede Minute zählt, bringt er rasche Hilfe aus der Luft. Genau deshalb sorgen die jüngsten Entwicklungen rund um den Stützpunkt am Flugfeld Scharnstein für große Unruhe.
Nach Informationen aus dem Umfeld der Beteiligten hat der ASKÖ den Pachtvertrag für den bestehenden Standort gekündigt. Damit gerät ein bewährter Rettungsstandort massiv unter Druck.
Lebensretter aus der Luft
Seit 2017 ist Martin 3 in Scharnstein stationiert. Rund 1.000 Einsätze pro Jahr zeigen, wie wichtig dieser Hubschrauber für die notfallmedizinische Versorgung ist. Ob Unfall, internistischer Notfall oder Einsatz in schwer erreichbarem Gelände: Martin 3 steht für schnelle Hilfe dort, wo bodengebundene Rettung an Grenzen stößt.
Auch der Betreiber des Rettungshubschraubers, Roy Knaus, bestätigt die Kündigung des Pachtverhältnisses. Er kündigt an, rechtlich dagegen vorzugehen. Aus seiner Sicht ist vor allem die sehr kurze Kündigungsfrist problematisch, weil damit der bestehende Stützpunkt massiv unter Zeitdruck gerät.
Für den Betrieb eines Rettungshubschraubers brauche es Planungssicherheit, verlässliche Infrastruktur und ausreichend Vorlauf, um die Einsatzbereitschaft für die Region dauerhaft sicherzustellen.
ASKÖ gerät ins Kreuzfeuer
Scharnsteins Bürgermeister Rudolf Raffelsberger rückt in diesem Zusammenhang auch SPÖ-Vizebürgermeister Maximilian Ebenführer in den Fokus. Ebenführer ist nicht nur Bezirksvorsitzender des ASKÖ Salzkammergut, sondern auch Vizepräsident des ASKÖ Oberösterreich. Aus Sicht Raffelsbergers macht diese Doppelfunktion transparente Information besonders wichtig.
Klar ist auch: Am bestehenden Standort braucht es Verbesserungen. Crew, Hubschrauber und medizinische Technik benötigen zeitgemäße Bedingungen. Doch eine Modernisierung muss ernsthaft geprüft werden, bevor ein etablierter Standort aufgegeben wird. „Für die Bevölkerung geht es nicht um ein politisches Prestigeprojekt, sondern um Sicherheit, Vertrauen und eine funktionierende Rettungskette“, so der Ortschef.
Scharnstein braucht Klarheit
„Die Region braucht jetzt volle Offenlegung: Welche Gespräche wurden geführt, welche Varianten geprüft, welche Interessen stehen im Raum. Der Rettungshubschrauber Martin 3 darf nicht hinter verschlossenen Türen zum Spielball werden. Seine Zukunft muss sich an einem Ziel orientieren: bestmögliche Versorgung für die Menschen im Salzkammergut“, teilt der Scharnsteiner Ortschef Rudi Raffelsberger mit.
Der ASKÖ war für eine Stellungnahme auf bislang nicht erreichbar. In einem internen Schreiben verweist der Verein jedoch auf eine Anwaltskanzlei in Gmunden. Auch Journalisten sollen sich demnach mit Anfragen nicht direkt an den Verein, sondern an die genannte Kanzlei wenden.
Martin 3 weiterhin im Einsatz
Der Flugbetrieb und die Rettungseinsätze von Martin 3 sind davon nach aktuellem Stand nicht betroffen. Für die Bevölkerung besteht daher kein Grund zur Sorge: Der Rettungshubschrauber kann weiterhin abheben.


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07.07.2026 13:49
Heli Austria will einen kommerziellen Hubschrauberflughafen
Die Bürgerinitiative "Rettet die Wies" informiert: Wir veröffentlichen heute mit Zustimmung des ASKÖ einen Auszug aus dem Schreiben des ASKÖ an Heli Austria/Martin Flugrettung. Dieses Schreiben ist aus unserer Sicht ein Schlüssel zum Verständnis der ganzen Causa „Wies“. Denn es zeigt: Das bestehende Flugfeld Scharnstein war und ist nicht das Problem. Der ASKÖ hält ausdrücklich fest, dass die Verantwortlichen am Standort Scharnstein grundsätzlich die Voraussetzungen geschaffen haben, damit die Flugrettung auf dem bestehenden Areal einen Stützpunkt errichten kann. Eine entsprechende Entwicklung auf eigene Rechnung und Verantwortung der Martin Flugrettung GmbH wäre aus Sicht des ASKÖ jederzeit möglich gewesen – und ist auch weiterhin möglich. Was der ASKÖ aber ebenso klar sagt: Als gemeinnützige Organisation kann und darf der Verein nicht die Kosten für einen Um- oder Ausbau in der von Heli Austria geforderten Größenordnung tragen. Der ASKÖ unterliegt Gemeinnützigkeit und Förderbestimmungen. Er ist kein privater Infrastrukturfinanzierer für ein kommerzielles Hubschrauberunternehmen. "Keiner der uns bekannten Rettungshubschrauberstützpunkte in Österreich auf einem bestehenden Zivilflugplatz wurde vom Halter des Flugplatzes errichtet und / oder finanziert - das ist Aufgabe des Betreibers. Wir haben 2017 bei der Errichtung des Stützpunktes alles das zur Verfügung gestellt, was wir konnten - das ist mehr als an anderen Standorten üblich ist" Damit liegt für uns der eigentliche Kern offen auf dem Tisch. Es geht nicht darum, ob Flugrettung am bestehenden Flugfeld möglich ist, weil sie das ímmer war und weiterhin auch ist. Es geht darum, dass kommerzielle Hubschrauberdienste wie Vergnügungsflüge, Transportflüge mit schwerem Gerät, Flugschule etc. am Flugfeld von Scharnstein nicht möglich sind. Genau hier passen auch die bisherigen Aussagen ins Bild: Roy Knaus spricht von Verdrängungswettbewerb. Florian Huemer spricht von fast zehn Jahren intensiver Aufbauarbeit und erheblichen finanziellen Investitionen und von Stimmen, die eine Einbindung von Mitbewerbern ins Spiel bringen. Aus seiner Sicht ist dies – gerade nach einer derart langen und wirtschaftlich herausfordernden Aufbauphase - nicht fair und schwer nachvollziehbar. Und selbst die Umweltbehörde hat uns Projektunterlagen mit dem Hinweis auf wirtschaftlich sensible Informationen, Wettbewerbsnachteile und berechtigte wirtschaftliche Interessen vorenthalten. Aber Rettung hat nichts mit Wirtschaft am Hut und schon gar nichts mit Wettbewerb. Ein hilfloser Mensch, ob verletzt oder krank ist kein Kunde. Ein Notarzt hat keine Mitbewerber. Und ein Rettungshubschrauber darf nicht als Türöffner für ein privatwirtschaftliches Heliport-Projekt in der Wies verwendet werden. Unsere Forderung war von Anfang an klar: Wenn Scharnstein für die öffentliche Flugrettung wirklich notwendig ist, dann soll der Standort verbindlich in das oberösterreichische Flugrettungssystem eingebunden werden – mit öffentlicher Absicherung, klarer Zweckbindung und einem gemeinnützigen Flugretter. Einem gemeinnützigen Flugretter, der auf jeden Fall am Flugfeld von Scharnstein in Kooperation mit dem ASKÖ operieren darf und kann. Ohne wenn und aber. Was wir nicht akzeptieren: Dass die Bevölkerung vor die falsche Wahl gestellt wird – „Wies oder Rettungshubschrauber“ –, während gleichzeitig wirtschaftliche Interessen, Investitionen, Mitbewerber und mögliche Wettbewerbsnachteile eine zentrale Rolle spielen. Das ASKÖ-Schreiben zeigt: Am bestehenden Flugfeld wäre Flugrettung weiterhin möglich. Was dort offenbar nicht möglich ist, ist die Durchsetzung einer privaten, wirtschaftlich nutzbaren Heliport-Infrastruktur auf Kosten eines gemeinnützigen Vereins. Genau deshalb will Heli Austria aus unserer Sicht weg vom Flugfeld und in die Wies. Nicht weil Rettung dort unmöglich wäre. Sondern weil die Wies wirtschaftlich mehr Möglichkeiten eröffnet. Und genau deshalb sagen wir: Flugrettung ja. Gemeinnützige, öffentlich abgesicherte Flugrettung ja. Aber kein privater Heliport in der Wies unter dem Deckmantel der Rettung. Rettung ist kein Geschäft. Und die Wies darf nicht für wirtschaftliche Hubschrauberinteressen geopfert werden. https://www.openpetition.eu/at/petition/blog/buergerinitiative-rettet-die-wies/24