Fünf Stunden für einen Gottesdienst: Pilger erleben besonderes Naturwunder
GOSAU. Tief im Dachsteinmassiv feierten Gläubige einen Gottesdienst an einem außergewöhnlichen Ort. Der Weg dorthin ist lang – das Erlebnis dafür unvergesslich.

Eine Wanderung, die Ausdauer verlangt, und ein Gottesdienst an einem der beeindruckendsten Plätze Österreichs: Auch heuer machten sich am letzten Samstag im Juli zahlreiche Gläubige auf den rund fünfstündigen Weg zur Gschlößlkirche unter dem Gschlößlkogel.
Ein Gottesdienst tief im Fels
Der Höhlendom zählt zu den schönsten natürlichen Felsendomen Österreichs. Nur wenige kennen den versteckten Eingang zur Gschlößlkirche. Gerade diese Abgeschiedenheit machte den Ort einst während der Zeit des Geheimprotestantismus zu einer Zuflucht für evangelische Christen, die von der Vorderen Angeralm hier heimlich Gottesdienste feierten.
Bei strahlendem Sommerwetter sorgte ein besonderes Naturschauspiel für Gänsehautmomente: Das Sonnenlicht fiel durch den rund 18 Meter hohen Tagschlot direkt auf die Altarstelle und tauchte den Höhlendom in eine einzigartige Atmosphäre.
„Gott ist ein ewiger Fels“
Prädikant Franz Scheuchl stellte seine Predigt unter das Bibelwort aus dem Jesajabuch: „Gott der HERR ist ein ewiger Fels.“ Der mächtige Fels, der die Besucher umgab, sei ein Sinnbild für Halt und Beständigkeit in einer Zeit, die von ständigem Wandel geprägt sei.
Scheuchl erinnerte daran, dass viele Überzeugungen heute so vergänglich seien wie Wanderdünen. Umso wichtiger sei ein fester Anker im Leben. „Wir brauchen den Felsen gültiger Wahrheit, der nicht zerbröselt und zerbricht“, betonte er.


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