Corona-Krise: Situation der Wirtschaft verunsichert auch die Jugendlichen sehr
BEZIRK GMUNDEN.

„Der Inhalt meiner Arbeit und die Fragen der Jugendlichen nach der Chance auf eine Lehrstelle oder einen Ausbildungsplatz haben sich grundsätzlich nicht geändert. Aber da derzeit die Rückmeldungen und Antworten der Unternehmer ausbleiben, sind die Jugendlichen sehr verunsichert. Da braucht es viel Zuspruch und Verständnis“, sagt Windhager. Sie ist seit elf Jahren bei der Volkshilfe Arbeitswelt GmbH tätig und erarbeitet seit 2013 als Jugendcoach gemeinsam mit Jugendlichen (ab dem neunten Schuljahr) deren schulischen beziehungsweise beruflichen Perspektiven.
Diese reichen von einem weiterführenden Bildungsangebot über die klassische duale Berufsausbildung bis hin zu einer individuellen Berufsausbildung oder einer Projektmaßnahme zur Vorbereitung auf den 1. Arbeitsmarkt. „Manche Burschen und Mädchen benötigen nur eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung oder dem Erarbeiten ihrer Ziele. Der Großteil der von mir gecoachten Jugendlichen hat jedoch im Bereich der Kulturtechniken einen erhöhten Förderbedarf oder ist sozial und emotional instabil“, sagt die diplomierte Lebens- und Sozialberaterin Windhager. „Das führt auch immer wieder zu Zoff mit den Eltern. Und wenn die Wohn- und Familienverhältnisse bereits vor der Krise und den Ausgangsbeschränkungen schwierig waren, hat sich diese Problematik sicher verstärkt“, so Windhager.
Keiner fällt durchs Netz
Den Kontakt zu den Jugendlichen haben Windhager und ihre Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Wochen telefonisch beziehungsweise über soziale Medien wie Facebook und WhatsApp gehalten, eine Dauerlösung sei das aber nicht. „Diese Art der Kommunikation und Beratungsgespräche ist kurzfristig okay, würde auf Dauer aber unser ressourcenorientiertes Arbeiten mit den Jugendlichen erheblich einschränken“, hofft die Fachkraft der beruflichen Integration auf baldigen persönlichen Kontakt. Auch um Jugendlichen etwaige und durch die Krise ausgelöste Zukunftsängste zu nehmen. „Das Angebot des Netzwerks der beruflichen Assistenz ist so breit gefächert und professionell aufgestellt, dass kein junger Mensch durch dieses Netz fallen kann“, versichert Marianna Windhager.


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