Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

SCHARNSTEIN. Vor allem im Norden des Bezirks findet am Stefanitag das Störi-Anschneiden statt. Wer den Brauch kennen lernen will, hat beim großen Erntedankfest der Landjugend im September Gelegenheit dazu. Einen kleinen Einblick gibt Christoph Raffelsberger von der Landjugend Viechtwang.

Störi, Messer und ein gefülltes Schnapsglas müssen gut ausbalanciert werden. (Foto: Landjugend Viechtwang)

In „normalen“ Jahren hat die Landjugend in Viechtwang am 26. Dezember eigentlich keine Zeit zum Störi-Anschneiden, denn am Stefanitag gibt es dort den alljährlichen Ball. „Nachdem der Ball heuer aber ausgefallen ist, sind wir – wie die anderen Landjugenden in der Gegend – Störi-Anschneiden gefahren“, erzählt Christoph Raffelsberger.

Geschicklichkeit ist gefragt

Der Brauch läuft nach vorgegebenen Regeln ab, die sich aber regional leicht unterscheiden können, wie der Newcomer-Referent der Landjugend Viechtwang erzählt: Gemeinsam mit Freunden besucht man „ein paar Dirndl, die vielleicht nicht unbedingt einen Freund haben“. Die jungen Frauen haben einen Störi – oder auch mehrere – vorbereitet. Dabei handelt es sich meist um Kletzenbrot oder einen Brioche-Laib.

Zu Beginn legt jeder der Burschen sein Taschenfeitl auf den Tisch. „Das Mädchen kann entweder ein Messer ziehen, ohne dass es weiß, wem es gehört. Oder es kann sich auch einen Burschen aussuchen, der den Störi anschneiden soll“, erzählt Christoph Raffelsberger.

Danach geht es um die Geschicklichkeit: Man muss ein Scherzerl abschneiden, das klein genug ist, um in eine Zündholzschachtel zu passen. Der angeschnittene Störi wird auf der Schnittfläche aufgestellt, das Messer daraufgelegt und mit einem gefüllten Stamperl Schnaps ausbalanciert.

Scherzerl oder Kartoffel

Wenn die Übung gelingt, gibt es noch ein gemeinsames Stamperl und ein Busserl, ehe die Burschen wieder gehen. Ganz zu Ende ist der Brauch aber auch dann noch nicht: „Beim nächsten Kirtag muss man dem Dirndl ein Geschenk kaufen“, erzählt Raffelsberger. Frühestens an diesem Tag wird auch die schön verpackte Zündholzschachtel geöffnet, die das Mädchen dem Burschen zur Verabschiedung an einem Band um den Hals gehängt hat. Und diese hat eine klare Botschaft: Findet sich darin das Scherzerl, darf er nächstes Jahr wieder kommen – wenn sie ein Kartoffelstück eingepackt hat, dann nicht.

Großes Erntedankfest der Landjugend in Linz am Sonntag, 18. September: Von der Messe im Linzer Mariendom über einen Schmankerl- und Handwerksmarkt mit über 90 Ausstellern bis hin zum Thema Landwirtschaft wird ein vielfältiges Programm geboten. www.erntedankfest.at

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden