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Landespflegezentrum Cumberland wird auf fünf Standorte aufgeteilt

Daniela Toth, 05.09.2015 09:03

GMUNDEN. Das im Schloss Cumberland untergebrachte landespflegezentrum entspricht nicht den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention und erfüllt auch nicht die Anforderungen des Oö. Chancengleichheitsgesetzes 2008. Nun soll es durch „familienähnliche“ Einheiten ersetzt werden.
 

Das Landespflegezentrum soll aus dem Schloss Cumberland ausziehen.
Das Landespflegezentrum soll aus dem Schloss Cumberland ausziehen.

Derzeit stehen für die 127 Bewohner nur Mehrbetzimmer für zwei bis vier Personen zur Verfügung, vielfach sind diese nicht barrierefrei, erklärten Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) und Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SP) bei der Präsentation der aktuellen Pläne. Eine Adaptierung des bestehenden Gebäudes sei jedoch auf Grund des bestehenden Denkmalschutzes sowie der Gebäudestruktur wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Fünf Standorte - gemeinsame Infrasturktur

Geplant wird daher eine dezentrale Lösung mit einem Hauptstandort für Schwerstpflege mit 42 Pflegeplätzen, drei Standorten mit je 24 Wohn- und Pflegeplätzen für Menschen mit „klassischen“ psychiatrischen Krankheitsbildern und einem Standort mit zwölf Wohnplätzen für die Zielgruppe „junge Erwachsene“. Der Hauptstandort soll im östlichen Teil des zum Landespflege- und Betreuungszentrum Schloss Cumberland gehörenden Parks auf Landesgrund errichtet werden und auch Verwaltung und Infrastruktureinrichtungen beinhalten. Das Umwidmungsverfahren wurde bereits eingeleitet. Für die weiteren vier Standorte wurden im nördlichen Bezirk bereits Grundstücke begutachtet.

Wichtig ist dabei eine entsprechende Infrastruktur, so Jahn: Ärzte und Geschäfte solle erreichbar sein, eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr wird angestrebt. Dadurch wird der UN-Behindertenrechtskonvention hinsichtlich Inklusion Rechnung getragen.

Die Errichtungskosten für die Neubauten werden auf heutiger Preisbasis rund 14,4 Millionen Euro betragen. Dazu kommen noch rund 0,5 Millionen für die erforderlichen Grundstücke. Ein Teil der Finanzierungskosten, rund 4,5 Millionen Euro, kann über EU-Mittel (zur Förderung des ländlichen Raumes) lukriert werden, der Rest soll aus Landesmitteln kommen.

Durch die Aufteilung auf fünf Standorte werden sich die Personalkosten im Pflegebereich geringfügig erhöhen, da zu den bisherigen drei bis vier Nachtdiensten zusätzlich zwei eingerichtet werden müssen. Dadurch wird aber auch dem ständig steigenden Pflegebedarf Rechnung getragen. Die dadurch entstehenden Mehrkosten können durch Einsparungen im Infrastrukturbereich, sowie durch Betriebskosteneinsparungen größtenteils wettgemacht werden.


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