Polit-Debatte um Wohnungsprojekt in Gmunden
GMUNDEN. Dem Verkauf der stadteigenen Bräugütl-Gründe soll auf einer Teilfläche (die Schlittenwiese soll frei bleiben) ein Wohnbauprojekt mit Mietwohnungen und Mietkaufwohnungen für „leistbares Wohnen“ folgen. Die erlösten 4,6 Millionen Euro sollen für den Schulbau zweckgebunden sein.

Verschiedene Wohnbaugenossenschaften boten entsprechende Projekte an. Von allen Anbietern blieb die OGW (Wohnbaugenossenschaft der Energie AG) über. Diese will nun ausschließlich Mietkaufwohnungen errichten. Die Stadt-SPÖ kritisiert, dass der von der Stadt verlangte Grundpreis (280 Euro/m2) wirklich „leistbares Wohnen“ nicht ermöglichen würde. „Auf den ersten Blick erscheint der Preis von 6,04 Euro Miete pro Quadratmeter durchaus preiswert zu sein, aber bei Mietkaufwohnungen wird neben dem Baukostenanteil, der relativ gering ist, auch ein Grundkostenanteil fällig. Dadurch beträgt die Barleistung bei Bezug für die Mieter einer 75 Quadratmeter-Wohnung fast 40.000 Euro und für eine 56 Quadratmeter-Wohnung rund 30.000 Euro“, sagt SP-Fraktionsobmann Helmut Hochegger. Selbst wenn man ein zinsenfreies Eigenmitteldarlehen auf zehn Jahre anbieten würde, komme es zu einer monatlichen Belastung von 650 bis 800 Euro. Viele könnten sich das nicht leisten.
Wie definiert man „leistbares Wohnen“?
In der Diskussion im Gemeinderat prallten somit die Meinungen zur Frage was unter „leistbares Wohnen“ zu verstehen sei aufeinander. Die SPÖ plädierte für eine Vertagung der Verkaufsentscheidung und Nachverhandlungen, damit zumindest 33 der 66 Wohnungen als „tatsächlich leistbare“ Mietwohnungen entstehen können. Anders sehen ÖVP und FPÖ die Situation. „Durch den Bau von Mietkaufwohnungen ist gewährleistet, dass ausschließlich Hauptwohnsitze geschaffen werden. Die Einnahmen aus dem Grundverkauf machen es möglich, dass wir heuer kein Darlehen ausfnehmen müssen, wir unsere Schulden um zwei Millionen Euro reduzieren können und zusätzlich 500.000 Euro an frei verfügbaren Rücklagen schaffen können“, so ÖVP-Finanzstadtrat Thomas Höpoltseder.
Schlussendlich stimmten ÖVP, FPÖ, zwei BIG- und ein Grünen-Vertreter dem Verkauf zu. „Damit werden auch künftig junge Menschen Gmunden den Rücken kehren und in Nachbarorte mit wesentlich günstigeren Wohnmöglichkeiten abwandern“, meint Hochegger.


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