Ein Gmundner Meteorologe als Energie-Sparmeister
GMUNDEN. In der Klima-und Energie-Modellregion (KEM) gibt es viele heimliche Energievorreiter – zum Beispiel den Meteorologen Klaus Reingruber.

Der Gmundner ist privat und auch beruflich fest mit dem Wetter, dem Klimaschutz und der Energie verbunden. So ist es nicht verwunderlich, dass er bei sich zu Hause mit Pellets heizt. Unterstützt wird die Pelletsheizung beim Heiligen Bründl von einer Solaranlage, die vor allem in der Übergangszeit für Heizungszwecke herangezogen wird.
„Vorausschauendes“ Heizen spart unnötige Kosten
„Wir haben allerdings in der Vergangenheit oft festgestellt, dass Heizsysteme immer nur auf aktuelle Wetterbedingungen reagieren und nicht auf zukünftige zu erwartende Ereignisse“, so der Meteorologe. Heizanlagen (ob Pellets, Gas oder Öl) heizen bis zu jenem Punkt, wo die Solltemperatur erreicht ist, dann schalten sie ab. „Kommt dann die Sonne raus, so heizt sich der Wintergarten sehr schnell auf und es ist es bald zu heiß oder es muss dann sehr rasch mit Strom wieder gekühlt werden“, so Reingruber. Um dies zu vermeiden, hat der Tüftler gemeinsam mit seinen Kollegen im Büro im Technologiezentrum Attnang ein entsprechendes Prognosemodell entwickelt. „Die Heizung erhält dann die Info, dass sie den Puffer nicht mehr aufheizen muss, weil sowieso in etwa zwei Stunden Sonnenschein an diesem Standort zu erwarten ist“, erklärt er. Mit dieser Methode könnten auch große Bürogebäude und „Glaspaläste“ dank Prognosemodellen energieeffizienter werden.
„Energiemeteorologie“
Dieser neue Zweig der Wetterkunde, bei dem es vor allem um die Prognose von Temperatur, Solarstrahlung, Windenergie und Niederschläge geht, nennt sich „Energiemeteorologie“. Diese wird auch von großen Energieanbietern im Zuge der Energiewende genutzt, um prognostizieren zu können, wie viel Strom aus Photovoltaik, Wind und Wasserkraft in einer abgegrenzten Region produziert werden kann. „Oder auch wie viele Scheepflugfahrer für die kommende Nacht bereitstehen sollen“, nennt Reingruber ein praxisnahes Beispiel.
Viele denken bei der Thematik ans Heizen und übersehen, dass in gut isolierten Gebäuden der Stromaufwand für das Kühlen den Heizbedarf bereits bei weitem übersteigt. Zukünftig wird die Eigenentwicklung wohl noch mehr Bedeutung haben. Mit den bereitgestellten Prognosen wird dabei nicht nur Energie (und damit Kosten) eingespart, es wird gleichzeitig auch die Behaglichkeit in den Räumen gesteigert.
Winter werden immer milder
Ein weiteres dienstliches Steckenpferd des Gmundners und seiner Kollegen ist das Überwachen des Dachsteingletschers. Der Klimawandel zeigt sich am Dachstein- und am Hallstätter-Gletscher besonders deutlich. Die hat nicht nur Auswirkungen auf den Tourismus, sondern natürlich auch auf die veränderten Abflussmengen aus dem Gletscher. Diese untersuchen die Forscher ebenfalls seit Jahren.
Viele Tips-Leser werden sich möglicherweise jetzt schon fragen, wie sich der vergangene kalte Winter auf die nächste Heizungsrechnung auswirken wird. „Die langanhaltenden Kälteperioden und der späte Frühling werden sicherlich eine Erhöhung der Heizkosten mit sich bringen“, so Reingruber, der auch eine Auswertung der Heizgradtage für Gmunden zur Verfügung stellt. „Die Abweichung zu einem Durchschnittswinter der vergangenen Jahre beträgt in Gmunden etwa 20 Prozent“, so Reingruber. Insgesamt werden die Winter jedoch deutlich milder.
Energievorreiter gesucht
Wer einen Energievorreiter in der KEM Gmunden kennt und ihn in den „Tips“ vorstellen möchte, kann entsprechende Hinweise an traunsteinregion@tzs.at mailen.


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