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GMUNDEN. 24 Seiten stark ist der Gmundner „Generalverkehrsplan Mobilität“, der nächste Woche im Gemeinderat zur Beschlussfassung ansteht. Darin formuliert die Stadtgemeinde ihre wichtigsten Ziele in Sachen Mobilität und setzt neue Prioritäten.

Radfahrern und Fußgängern räumt die Stadtpolitik künftig wieder mehr Platz und Bedeutung auf Gmundens Plätzen und Straßen ein.

Der Plan ist das Resultat eines erstmals völlig „offenen“ Bürgerbeteiligungsverfahrens, das vor mehr als drei Jahren mit bürgernahen Stadtteilbegehungen startete und zuletzt bei der Bürgerbefragung zur Neugestaltung von Rathausplatz und Esplanade wichtige Inputs bekam.

Paradigmenwechsel: Fußgänger haben Vorrang

Über allem steht eine Denkumkehr, ein Paradigmenwechsel, der wieder den Menschen im öffentlichen Raum an die erste Stelle reiht und eine neue Rangordnung einführt: Fußgänger, Radfahrer, öffentliche Verkehrsmittel, Taxis und zuletzt motorisierten Individualverkehr. „Der Plan ist der maximale Konsens der Gemeinderatsfraktionen. Wir haben eine Trendumkehr geschafft. Nicht wichtig ist mehr wie ein Auto am schnellsten durch die Stadt kommt, sondern welche Bedürfnisse die Menschen haben“, sagt Mobilitäts-Stadtrat Wolfgang Sageder (SP).

Begegnungszone ab September in der Innenstadt

Die Innenstadt ist Dreh- und Angelpunkt der Überlegungen. Zentraler Bedeutung kommt dabei der neuen Begegnungszone zu. Mit der Durchbindung der TraunseeTram zwischen Gmundner Bahnhof und Vorchdorf wird sie Anfang September gültig werden. Vom Graben bis zum Klosterplatz und zur Schiffslände gilt dann eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h. Alle Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Radfahrer, Tram, Motorrad und Autofahrer –sind dann gleichberechtigt. Schutzwege wird es nicht mehr geben. Das Durchfahren wird Autos und Motorräder weniger attraktiv. „Die Begegnungszone ist ein Quantensprung. Sie funktioniert europaweit in vielen Städten. Die Situation kann nur besser werden, denn die Straße trennt den Rathausplatz von der Altstadt wie ein Schwert. Das man aufeinander aufpassen muss, ist eine positive Entwicklung. Die Menschen werden sich wohler fühlen.“, sagt Bürgermeister Stefan Krapf (VP).

Damit die Begegnungszone auch funktioniert sei auch eine „Bespielung“ des dann autofreien Rathausplatzes nötig. Gastgärten, regelmäßige Konzerte, Märkte und Veranstaltungen sollen für Belebung sorgen.

Park & Ride“ und Poller

Neue Parkmöglichkeiten sollen bei der Tram-Haltestelle Engelhof und auf den Michlgründen entstehen. Auch beim Bahnhof stößt man an Kapazitätsgrenzen. Ausfahrbare Poller sind am Graben und an der Traunbrücke geplant, um den Verkehr kurzzeitig zu stoppen.

Optische Straßenverengung

Dem Radfahr-Boom will man mehr Mehrzweckstreifen begegnen – zwischen Engelhof und Strandbad sowie Evangelischer Kirche und Wasserlosem Bach. Zudem soll der Radweg an der Esplanade weg von den parkenden Autos Richtung Allee verlegt werden.

Die wichtigsten Maßnahmen des neuen Gmundner Generalverkehrsplans:

• Ab September 2018: Durchbin dung der TraunseeTram mit einer innerstädtischen Begegnungszone, in der Tempo 20 und Gleichberechtigung für Fußgänger gelten

• Qualitätsverbesserungen für Radfahrer mit Mehrzweckstreifen und Abstellvorrichtungen

• Befreiung des Rathausplatzes von Autos und Taxis

• Große Park & Ride-Lösung für das Stadtrand-Areal Engelhof mit Anbindungen ans Zentrum

• Neue Lösungen für die Traunsteinstraße mit Temporeduktion und Bergsteigerparkplatz

• Rückbauten in der Au, um die ehemalige B144 als Durchzugsstraße zu entschärfen


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Gastuser
Gastuser
21.03.2018 08:35

Menschen vor Autos

Schön wenn Gmunden durch diese Verkehrsberuhigung wieder menschlicher und lebendiger wird. Einer der schönsten Plätze der Welt kommt damit wieder viel besser zur Geltung und ist nicht hauptsächlich dem Durchzugsverkehr gewidmet. Albert Botka