GMUNDEN. Heftige Wogen schlug eine bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgebrachte Kritik am Ablauf der Pachtvergabe für die Orther Stube. Die betroffenen Unternehmer erlebten die Diskussion als „politisches Hick-Hack auf unserem Rücken“.

Im Frühjahr übernahmen die Gmundner Unternehmer Gerhart Hinterwirth und Hermann Gruber die Orther Stube im gemeindeeigenen Seeschloss Ort. Eine Entscheidung, mit der sich alle Parteien sehr zufrieden zeigen.
Am Liegenschaftsausschuss vorbei entschieden
Der Prüfungsausschuss, vertreten durch Josef Sperrer (Grüne) kritisert jedoch den Ablauf der Entscheidungsfindung: Die Pachtvergabe erfolgte nicht durch den zuständigen Liegenschaftsausschuss, in dem alle politischen Parteien vertreten sind. Stattdessen entschied man in einem nur mit ÖVP-Mitgliedern besetzten Hearing, über das es auch kein Protokoll gibt.
Zudem seien in der eineinhalb Jahre dauernden Pächtersuche Interessenten monatelang ohne Antwort auf ihre Bewerbungen geblieben und schließlich abgesprungen. Von diesen hätte Vorpächter Johann Parzer nach eigenem Bekunden eine höhere Ablösesumme bekommen, wodurch auch diesem Schaden entstanden sei.
Prüfungsausschuss wird noch einmal befasst
Bürgermeister Stefan Krapf und Vizebürgermeister Wolfgang Schlair (beide VP) wiesen die Kritik zurück: Es sei nicht die Aufgabe der Stadt, eine möglichst hohe Ablöse für scheidende Wirte zu erzielen. Die Entscheidung habe unter Zeitdruck fallen müssen, der Liegenschaftsausschuss habe die Vergabe im Nachhinein bestätigt. Kritik übte Schlair daran, dass der Prüfungsausschuss ihn zwar kritisiert, aber nicht befragt habe. Auf eigenen Antrag wird er Anfang September dort aussagen. „Ich wünsche mir danach eine abschließende juristische Bewertung“, so Josef Sperrer.
Die betroffenen Unternehmer boten kurzfristig, frustriert ob des „politischen Hick-Hacks“, die Kündigung des Pachtvertrages an. Mittlerweile haben sich aus ihrer Sicht die Wogen aber geglättet: „Wir wollen Freude, Kulinarik und Genuss anbieten und nicht solche Fragen wälzen“, so Gerhart Hinterwirth.


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